Sackware, Ergänzungsfutter & Bigboxen

Vor 15:00 Uhr bestellt = am nächsten Arbeitstag versendet*

Sicheres Bezahlen mit PayPal

Wähle deine Filter.

Thema
Typ
97 - 120 von 112 Artikel |
Sortieren auf:
Der Energiebedarf von Pferden 
Der Energiebedarf deines Pferdes ist abhängig von individuellen Faktoren wie Training, Alter und Gewicht. Um seinen Grundbedarf und den Bedarf bei leichter Arbeit zu decken, ist in der Regel bereits eine gesunde Basisfütterung mit hochwertigem Raufutter ausreichend. Steigt jedoch der Energiebedarf deines Pferdes, z.B. durch Training, kann es nötig sein, die Basisfütterung mit einem geeigneten Kraftfutter zu ergänzen. Achte hierbei darauf, ein Kraftfutter zu wählen, welches dem genauen Energiebedarf deines Pferdes entspricht. Ein unpassender Energiewert im Futter kann bei deinem Pferd nicht nur zu Unwohlsein und Leistungsverlust führen, sondern auch das Risiko auf ernstzunehmende Krankheiten wie Hufrehe, EMS und Diabetes erhöhen. Aber woher weißt du, ob dein Pferd neben Raufutter auch noch ein Kraftfutter benötigt und falls ja, welches Kraftfutter das richtige ist? Indem du den genauen Energiebedarf deines Pferdes kennst. Denn erst dann kannst du die Fütterung bedarfsgerecht anpassen. Den Energiebedarf deines Pferdes bestimmen  Jedes Pferd hat einen unterschiedlichen Energiebedarf. Während Sportpferde schwere Arbeit verrichten und deutlich mehr Energie benötigen, genügt Freizeitpferden  oftmals ein leichtes Kraftfutter zur Konditionserhaltung. Damit du den Energiebedarf deines Pferdes ganz einfach mit dem passenden Futtermittel decken kannst, wurde der Pavo Energy Level Plan entwickelt. Dieser Plan bezieht sich auf das Trainingsprogramm deines Pferdes bei mindestens 3-4 Trainingseinheiten pro Woche und durchschnittlich 30-60 Minuten Training. Das Energy Level deines Pferdes lässt sich in 4 einfachen Schritten bestimmen:    1. Miss eine Woche lang, wie viele Minuten du dein Pferd jeweils im Schritt reitest, trabst und galoppierst. 2. Addiere die einzelnen Werte und teile sie anschließend durch 7 Tage, um die durchschnittliche tägliche Arbeit zu erhalten. 3. Rechne die durchschnittliche tägliche Arbeit mit Hilfe der gesamten von Minuten in Prozentzahlen um. 4.Wähle dein Energy Level. Energy Level Low (1 Stern) Das niedrigste Energy Level bildet das Energy Level Low. Zu Energy Level Low zählen meist Freizeitpferde, die nur leichte Arbeit verrichten. Ein möglicher Trainingsplan auf diesem Level könnte wie folgt aussehen: Ø 53 Minuten Training pro Tag 25  Min Schritt 25  Min Trab 3  Min Galopp   ca. 47,2% ca. 47,2% ca. 5,7%   4-mal pro Woche Training, davon durchschnittlich 15 Minuten Warm- und Trockenreiten, 10 Minuten Schritt, 25 Minuten Traben und 3 Minuten Galopp pro Tag. Für Pferde, die auf Energy Level Low trainieren, ist eine Fütterung mit ausreichend hochwertigem Raufutter, einem energiearmen Kraftfutter und Mineralfutter empfehlenswert. Das Energy Level der Pavo Futtersorten erkennst du ganz einfach anhand der Anzahl der Sterne auf den einzelnen Futtersäcken. Pavo Kraftfuttersorten mit Energy Level Low verfügen z.B. über einen Stern auf den entsprechenden Futtersäcken. Eine höhere Anzahl an Sternen auf den Pavo Futtersäcken bedeutet keineswegs einen Unterschied in der Qualität des Futters, sondern lediglich einen Anstieg des Energiewerts. Die Energiewerte der Futtersorten basieren auf den internationalen Energierichtlinien der NRC und CVB. Du trainierst mit deinem Pferd deutlich weniger als in Energy Level 1 angegeben und es besteht zudem kein erhöhter Nährstoffbedarf, z.B. aufgrund von Trächtigkeit oder zunehmendem Alter? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Pferd zusätzlich gar kein Kraftfutter benötigt. In diesem Fall ist es ausreichend, es mit ausreichend Raufutter und einem guten Mineralfutter zu versorgen, um seinen Energiebedarf zu decken. Energy Level Medium (2 Sterne) Das zweite Energy Level wird bezeichnet als Energy Level Medium. Hierzu zählen vor allem Pferde, die mittelschwere Arbeit verrichten. Ein wöchentliches Trainingsprogramm auf Energy Level Medium könnte demzufolge so aussehen: Ø 60 Minuten Training pro Tag 14 Min Schritt 34 Min Trab 12 Min Galopp ca. 23,3% ca. 56,7% ca. 20% 4-mal pro Woche Training, davon durchschnittlich 14 Minuten Schritt, 34 Minuten Trab und 12 Minuten Galopp pro Tag. Auch die Basis der Fütterung von Pferden auf Energy Level Medium sollte immer aus hochwertigem Raufutter bestehen. Zudem benötigen sie die Zugabe eines energiereicheren Kraftfutters, um ihren erhöhten Bedarf an Energy zu decken. Pavo Futtersorten mit Energy Level Medium erkennst du an 2 abgebildeten Sternen auf den jeweiligen Futtersäcken.   Energy Level High (3 Sterne) Das höchste Energy Level bildet das Energy Level High. Pferde, die auf Energy Level High trainieren, zählen zu den echten Spitzensportlern. Ein Wochentrainingsplan auf diesem Niveau könnte beispielswiese so aufgestellt sein: Ø 60 Minuten Training pro Tag 14 Min Schritt 23 Min Trab 23 Min Galopp ca. 23,3% ca. 38,3% ca. 38,3% 5-mal pro Woche Training, davon durchschnittlich 14 Minuten Schritt, 23 Minuten Trab und 23 Minuten Galopp pro Tag. Pferde, die auf Energy Level High arbeiten, haben den höchsten Bedarf an Energie. Aber auch hier bildet hochwertiges Raufutter immer die Fütterungsgrundlage. Zudem benötigen diese Hochleistungssportler ein sehr energiereiches Kraftfutter, welches ihren erhöhten Bedarf deckt und sie bei anstrengendsten Leistungen optimal unterstützt. Bist du auf der Suche nach einem Pferdefutter mit Energy Level High? Dann eignen sich Pavo Kraftfuttersorten mit 3 Sternen auf dem jeweiligen Futtersack.    Die Folgen einer nicht bedarfsgerechten Energiezufuhr  Der Energiebedarf eines Pferdes ist sehr individuell. Daher sollte auch die Energiezufuhr deines Pferdes individuell betrachtet werden. Führst du deinem Pferd einen Energiewert zu, welcher nicht seinen Bedürfnissen entspricht, kann dies ernsthafte Folgen haben.    Szenario 1: Dein Pferd erhält zu wenig Energie Erhält dein Pferd durch die Fütterung weniger Energie, als es eigentlich benötigt, entsteht ein Defizit. Dieses Energiedefizit führt dann dazu, dass dein Pferd zu wenig Nährstoffe erhält und an Gewicht verliert. Bleibt dieses Energiedefizit konstant, wird dein Pferd immer dünner, bis es irgendwann ein ernsthaftes Untergewicht erreicht. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Pferd aufgrund der geringen Energie- und Nährstoffzufuhr im Training nicht mehr ausreichend belastbar ist. Dies kann sich beispielsweise in Schwäche oder Abgeschlagenheit äußern. Gerade für Pferde auf Energy Level 2 und 3 ist ein zu niedriger Energiewert unbedingt zu vermeiden, damit sie ihre Aufgaben im Training optimal bewältigen können. Versorge dein Pferd daher immer mit ausreichend hochwertigem Raufutter und passe sein Kraftfutter stets an seinen Energiebedarf an.   Szenario 2: Dein Pferd erhält zu viel Energie Versorgst du dein Pferd mit mehr Energie als es verbraucht, entsteht ein Überschuss. Dieser Energieüberschuss führt in erster Linie dazu, dass dein Pferd an Gewicht zulegt. Je nachdem, wie hoch dieser Energieüberschuss ist, entsteht ein leichtes bis starkes Übergewicht bei deinem Pferd. Diese extra Kilos belasten die Gelenke sowie Knochen deines Pferdes und erschweren es ihm, sich fortzubewegen. Außerdem begünstigt Übergewicht die Entstehung ernsthafter Erkrankungen wie Hufrehe, EMS oder Diabetes. Gerade Pferde, die zu Energy Level 1 gehören, enthalten oft durch die zusätzliche Fütterung eines Kraftfutters mehr Energie, als sie eigentlich benötigen. Daher ist es sehr wichtig, das Training deines Pferdes kritisch zu beurteilen und abzuwägen, ob dein Pferd überhaupt ein Kraftfutter benötigt und wenn ja, welches das richtige Kraftfutter in eurer Situation ist. Hier hilft dir der Pavo Energy Level Plan, das richtige Kraftfutter für dein Pferd zu finden. Die Menge des Kraftfutters ist dann abhängig von Trainingsintensität, Trainingshäufigkeit, Gewicht und Qualität des Raufutters. Beachte hierzu gerne die Fütterungsempfehlung der jeweiligen Futtermittel. Fütterungstipp für optimale Leistungen ,,Stimme das Kraftfutter deines Pferdes individuell auf seinen Energiebedarf ab, um es optimal zu unterstützen und gesundheitliche Risiken zu minimieren." Dr. Patricia Sitzenstock Welche Rohstoffe im Pferdefutter beeinflussen den Energiegehalt? Unterschiedliche Rohstoffe im Pferdefutter liefern verschieden hohe Energiewerte. Futtermittel mit einem hohen Energiewert verfügen beispielsweise meist über mehr Zucker und Stärke, die zudem schnell verfügbare Energie liefern. Darüber hinaus gibt es weitere Rohstoffe, die einen großen Einfluss auf den Energiewert eines Kraftfutters haben. Rohstoffe mit hohem Energiegehalt   Getreide Getreide ist nach wie vor ein wichtiger Energielieferant im Pferdefutter mit einem hohen Stärkeanteil. Die energiereichsten Getreidesorten sind Gerste, Mais und Hafer. Gerste liefert deinem Pferd ca. 11,9 MJ Energie pro Kilogramm, Mais ca. 12,8 MJ/Kg und Hafer ca. 10,5 MJ/Kg. Demnach sind Gerste und Mais die größten Energielieferanten für dein Pferd. Allerdings sind beide Sorten in unbehandelter Form sehr schwer verdaulich für Pferde. Werden diese unbehandelt verfüttert, können sie zu Verdauungsproblemen, wie z.B. Koliken führen und langfristig sogar die Entstehung von Krankheiten, wie Hufrehe begünstigen. Aus diesem Grund werden Gerste und Mais aufgeschlossen, bevor sie ins Kraftfutter gelangen. Mögliche Formen das Aufschließens sind beispielsweise das hydrothermische Behandeln, bei dem die Körner zu Flocken weiterverarbeitet werden, oder das Puffen. Anders als Gerste und Mais, ist Hafer auch in seiner naturbelassenen Form eine bekömmliche Getreidesorte, die deinem Pferd schnell verfügbare Energie liefert. Bei (älteren) Pferden mit Zahnproblemen empfiehlt sich eine Fütterung von gequetschtem Hafer. Enthält ein Futtermittel folglich also große Mengen an Hafer, Mais und/oder Gerste (in gepuffter oder geflockter Form), verfügt es auch über einen hohen Energiewert. Diese eignen sich dann besonders für Sportpferde, die mittlere bis schwere Arbeit verrichten. Freizeitpferde hingegen können ihren Energiebedarf meist auch mit einer getreidefreien Fütterung decken. Reiskleie Reiskleie ist von Natur aus getreidefrei und eine leicht verdauliche Stärke-Quelle mit langsam freiwerdender Energie. Durch die allmähliche Freisetzung von Glukose (Energie) ist der glykämische Index bei Reiskleie niedrig. Der glykämische Index gibt an, wie schnell der Glukosespiegel bei der Aufnahme von Kohlenhydraten (Zucker und Stärke) im Blut ansteigt. Zudem ist Reiskleie ein sehr ölhaltiges und eiweißreiches Produkt. Daher ist es vor allem für Pferde geeignet, die einen erhöhten Energiebedarf haben, wie z.B. Sportpferde, ältere Pferde oder laktierende Zuchtstuten. Öle Auch Öle, wie z.B. Leinsamenöl oder Sojaöl sind gute Energielieferanten für Pferde. Öl wird häufig als „saubere Energiequelle“ bezeichnet, da es keine Abfallstoffe wie beispielsweise Milchsäure hervorruft. Daher ist Öl vor allem im Sportpferdefutter ein wichtiger Zusatz, der besonders bei ausdauernden Sportarten sehr beliebt ist. Als schöner Nebeneffekt sorgt Öl im Futter außerdem für ein glänzendes Pferdefell.   Sojabohnen Soja wird im Pferdefutter meist in geschroteter oder gepuffter Form verwendet. Unbehandelt dürfen Sojabohnen aufgrund ihrer Toxine nicht an Pferde verfüttert werden. Soja ist in erster Linie eine hochwertige Eiweißquelle, von der vor allem Sportpferde profitieren. Aufgrund der höheren Muskelbelastung benötigen Pferde im Spitzensport mehr Eiweiß, weswegen häufig größere Mengen an Soja in Futtermitteln für Sportpferde verwendet werden. Auch bei einer Fütterung von Eiweiß ist es empfehlenswert, dein Pferd so bedarfsgerecht wie möglich zu füttern, da ein Eiweißüberschuss die Leber und die Nieren belasten kann.   Rohstoffe mit niedrigem Energiegehalt  Kräuter Kräuter haben einen niedrigen Gehalt an Energie, da sie sehr zucker- und stärkearm sind. Dafür fördern sie die Gesundheit deines Pferdes auf ganz natürliche Weise und schmecken ihm zudem sehr gut. Beliebte Kräuter im Pferdefutter sind z.B. Fenchel, Rosmarin und Salbei. Getrocknete Kräuter werden oftmals im Futter für Freizeitpferde verwendet, da sie die Kautätigkeit steigern und so eine gesunde Verdauung fördern. Kräuter eignen sich allerdings nicht nur für Freizeitpferde – auch Sportpferde können von der natürlichen Wirkung gesunder Kräuter und Heilpflanzen profitieren. Luzerne Luzerne ist generell sehr zucker- und stärkearm, verfügt jedoch über einen hohen Eiweißgehalt. In Futtersorten für Freizeitpferde kommt sie dadurch hauptsächlich zur Steigerung der Kautätigkeit zum Einsatz. Als alleiniges Futtermittel eignet sich Luzerne aufgrund des hohen Eiweißgehalts für Freizeitpferde nicht. Möchtest du jedoch die Fresszeit deines Pferdes verlängern, eignen sich hier besonders Luzernemischungen, die mit weiteren Raufuttersorten angereichert sind. Für Sportpferde und dünne, alte Pferde mit hohem Eiweißbedarf eignet sich eine Fütterung mit Luzerne-Raufutterprodukten hingegen sehr gut, um beispielsweise ihren Konditionszustand aufrechtzuerhalten.   Wie wir Menschen es aus unserer Ernährung kennen, gilt auch im Pferdefutter: Die Menge ist entscheidend! Enthält dein Pferdefutter beispielsweise eine kleine Menge Getreide, bedeutet dies nicht gleich, dass es Unmengen an Energie liefert und für dein Freizeitpferd nicht in Frage kommt. Viele Pferde fressen sehr gern Getreide und freuen sich über diesen kleinen Leckerbissen im Futter. Bist du dir über den genauen Energiewert einer Futtersorte unsicher? Dann kannst du dich ganz einfach am Pavo Energy Level orientieren, um das passende Futter für dein Pferd zu finden. Gern helfen dir auch unsere Pavo Fütterungsexperten persönlich weiter.
Lies mehr 0m
Wenn Pferde sprechen könnten
Jeder Pferdebesitzer wünscht sich ein harmonisches und gleichzeitig geklärtes Verhältnis zu seinem Pferd. Daher ist es sicherlich eine schöne Sache, dass sich immer mehr Pferdebesitzer die Körpersprache als gemeinsame Kommunikationsplattform zwischen Mensch und Pferd aneignen möchten. Die „Stimme“ wird bei Pferden untereinander nur selten und dann auch eher in extremeren Situationen genutzt. Somit hören wir eigentlich wenig von unseren Pferden, denn sie verständigen sich untereinander hauptsächlich auf nonverbaler Ebene über die Mimik (hier besonders durch das Ohrenspiel) und der Gestik (Körperhaltung). Vielleicht kennst du den Spruch „Pferde sind meistens still und sprechen doch die ganze Zeit“? Als Fluchttiere sind sie Meister der schnellen Kommunikation und können so allein durch Blicke, Bewegungen und Berührungen in Sekundenschnelle Signale aussenden. Gleiches gilt für die Aufnahme, Deutung und Reaktion auf solche gesendeten Signale. Missverständnisse gibt es unter Pferden daher eher selten – sie diskutieren nicht, sondern handeln. Dabei sind Pferde unglaublich sensibel und nehmen bereits kleinste Veränderungen und Signale wahr. Dies ist nicht nur in der Kommunikation unter Artgenossen der Fall, sondern auch in der Beziehung zu ihrem Besitzer. Es ist wichtig, dass du dir als Pferdebesitzer dessen bewusst bist. Schon ein schlechter Gemütszustand wie Anspannung oder eine fehlende Körperspannung werden von deinem Pferd wahrgenommen und führen zu einer Reaktion, die du so vielleicht nicht Bedacht hattest. Missverständnisse können die Folge sein, die möglichst vermieden werden sollen, um das Ziel eines harmonischen Zusammenseins erreichen zu können. Aber was genau sind die Kommunikationswege der Pferde? Kommunikation durch Körpersprache wie Mimik, Gestik und Bewegung Pferde kommunizieren im sozialen Miteinander überwiegend über ihren Ausdruck und ihr Verhalten, wie z.B. der Körperstellungen und den Bewegungen. Hierüber werden auch Emotionen geäußert. Besonders relevant ist in diesem Zusammenspiel auch die Mimik: wie ist die Kopfhaltung, welchen Bewegungsfluss nehmen die Lippen oder Ohren ein. Besonders die Ohren eines Pferdes sind ein wesentliches Kommunikationsmittel und geben sehr viel Preis über seinen inneren Gemütszustand wie Aufmerksamkeit, Wut, Freundlichkeit, Entspannung, aber auch Krankheit und Schmerz. Kommunikation durch die Übertragung und Aufnahme von Gerüchen Über den Geruch nehmen Pferde wichtige Informationen über das Geschlecht, den Hormonstatus oder auch dem Gesundheitszustand ihrer Artgenossen war. Außerdem dienen Gerüche zur Identifikation einzelner Herdenmitglieder oder auch zum Kennenlernen. Auch Pferde wählen ihre Partner gut aus und prüfen zunächst einmal, ob sie einander „gut riechen“ können. Wenn Pferde einem interessanten Duft auf der Spur sind, fangen sie häufig an zu flehmen. Bei diesem Prozess wird der Duft intensiv über die Nüstern angesaugt. Die Duftpartikel gelangen dann besonders schnell ins Gehirn, wo die Information verarbeitet wird. Kommunikation durch Berührungen wie Stupsen, Lecken, Kraulen, Beißen oder Treten Pferde kommunizieren auch sehr viel über Berührungen miteinander. Jeder Pferdebesitzer hat das sicherlich schon häufig gesehen: Das gegenseitige Fellchen kraulen. Hier kann man schön beobachten, dass nicht einfach wild drauflos gekrault wird, sondern die Wunschkraulstellen schon ganz klar durch gezielte Berührungen vorgegeben werden. Auch wenn ein ranghöheres Pferd seinen Platz beanspruchen möchte, das andere Pferd aber nicht schnell genug sputet, gibt´s schon mal einen Biss in den Hintern oder sogar einen Tritt. Kommunikation über Laute Dieses Kommunikationsmittel verwenden Pferde eher selten – als Fluchttier entspricht dies nicht ihrer Natur, denn welches Pferd möchte dem Feind schon seinen offiziellen Standpunkt mitteilen? Laute geben Pferde daher eigentlich nur bei großer Vertrautheit, Freude, Wut oder aber auch Schmerz von sich. Zu den typischen Pferdelauten gehören: Quietschen bei Begegnungen oder zur Verteidigung. Wiehern zur Begrüßung oder aus Einsamkeit. Stöhnen und Grunzen aus Schmerz oder durch hohe Anspannung. Brummen bei einer dezenten und freundlichen Begrüßung. Schnauben oder Schnaufen aus Wohlbefinden oder aber Erregung wie Angst. Wie kommunizieren Pferde mit uns Menschen und wir mit ihnen?  Pferde sind nicht nur klug, sondern vor allem auch echte Erfinder in Sachen Kommunikation. Sie nutzen in der Kommunikation mit ihrem Besitzer nicht nur das ganze Repertoire der Pferdesprache, sondern sind auch in der Lage, die menschliche Körpersprache zu interpretieren und zu erlernen. Den Spruch „Dein Pferd hat´s schon verstanden“ hat bestimmt schon jeder in seiner Reitstunde gehört. Pferde sind von Natur aus sehr neugierig und lernen so im Laufe ihres Lebens unsere Gesten, Mimiken, Gemütszustände und Stimmkommandos immer besser zu deuten. In einem gewissen Maße verstehen Pferde somit sehr wohl unsere Sprache und reagieren auch darauf. Wichtig ist für Pferde nur Klarheit – eine nicht eindeutige Kommunikation führt zu Missverständnissen und Unsicherheit sowohl beim Pferd als auch beim Besitzer. Haben beide jedoch einen gemeinsamen Kommunikationsweg gefunden, indem sich das Pferd verstanden fühlt und es auch seinen Menschen versteht, dann entsteht eine echte Verbindung zwischen Mensch und Pferd. Um diese Harmonie zu erreichen, gibt es 2 Kommunikationswege: Der Mensch bringt seinem Pferd seine Sprache mittels Kommandos bei. Der Mensch erlernt die Sprache der Pferde und nutzt deren Kommunikationswege. Auch eine Kombination aus beiden Wegen ist möglich. Für welchen Weg du dich entscheidest, hängt sowohl von deiner Einstellung als auch der deines Pferdes ab. Die 8 Regeln einer erfolgreichen Kommunikation: Nutze vor allem die stille Kommunikation und setze deine Stimme sparsam ein. Du hast eine positive Grundspannung ohne Verspannung. Nutze die Bewegungsenergie deines Pferdes ohne es zu blockieren. Bleibe immer flexibel und beweglich. Berührungen mit deinem Pferd sowie der Zügelkontakt sind stets federleicht. Deine innere Haltung ist stets ruhig, bestimmt und gelassen. Lasse dich nicht von Emotionen ablenken oder leiten. Du weißt zu jedem Zeitpunkt, was du willst und wo es hingehen soll. Kommunikationsprobleme zwischen Menschen und Pferden vermeiden Es gibt immer wieder Situationen, in denen Mensch und Pferd trotz aller Bemühungen zu keiner gemeinsamen Verständigung kommen. Sei dir bewusst darüber, dass das Problem meistens nicht vom Pferd, sondern vom Menschen ausgeht. Folgende Situationen führen in der Regel zu Kommunikationsproblemen: Du weißt selbst nicht, wo es hingehen soll oder was du gerade eigentlich genau willst. Deine Hilfen sind nicht eindeutig – dein Pferd kann nicht verstehen, welche Reaktion von ihm erwartet wird. Deine Hilfengebung ist widersprüchlich, Beispiel: beim Reiten signalisierst du deinem Pferd mit dem stehenden Zügel „Steh“, während die treibenden Beine sagen „Geh“. Du hast deinem Pferd noch nicht abschließend geklärt, dass du die Führung übernehmen und dein Pferd dir bedingungslos vertrauen kann. So schwierig die Kommunikation unter Menschen schon ist, mit Pferden wird sie nicht einfacher. Daher gilt: Probieren geht über Studieren. Traue dich auch, Fehler zu machen. Wichtig ist hierbei nur, dass du gelassen, ruhig und bestimmt bleibst und bereit bist, aus deinen Fehlern zu lernen. Hole dein Pferd dort ab, wo es sich gerade befindet und gehe, wenn nötig, einen Schritt im Training zurück, um dann über einen anderen Lösungsweg die Kommunikation wieder weiter auszubauen. Wichtig für eine gute Kommunikation mit deinem Pferd ist deine eigene Grundeinstellung, welche sich vor allem durch Souveränität auszeichnen sollte: Dominanz und Chef sein hat nichts mit Machtausübung und Unterwerfung zu tun, sondern mit Vertrauen und Verständnis. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Körpersprache in der Kommunikation mit deinem Pferd immer eine Rolle spielen wird, egal ob du diese bewusst oder unbewusst einsetzt. Gehe davon aus, dass dein Pferd deinen Signalen willig folgen wird, wenn es dies kann und deine Botschaften in sich stimmig, überzeugend und klar ist. Nutze vor allem die nonverbale Kommunikation zur Bestärkung deines Pferdes – diese kann es am besten verstehen, z.B. durch ein freundliches Kraulen an der Stirn oder mit einer Pause durch Entlassen in die Dehnung.  Was der Ausdruck eines Pferdes auch über seinen Gesundheitszustand aussagt  Neben der Kommunikation kannst du die körperliche Erscheinung deines Pferds auch dazu nutzen, seinen Gesundheitszustand und sein Wohlbefinden zu beurteilen. Merkmale gesunder Pferde: Schöne und gesunde Zähne Ein glänzendes Fell Lachsrosafarbenes Zahnfleisch Klare und wache Augen Ein aufmerksames Ohrenspiel Körpertemperatur zwischen 37.2 und 38.5 Grad Celsius Eine Pulsfrequenz von 25 bis 50 Mal pro Minute. Atemfrequenz von 12 bis 16 Atemzügen pro Minute Tipp: Die Gesundheit der Schleimhaut des Pferdes kann durch einen Drucktest am Zahnfleisch getestet werden: Drücke das Zahnfleisch ein, muss es sich innerhalb von 3 Sekunden wieder in den Normalzustand zurückbilden. Wenn dem so ist, hat dein Pferd keine Abweichungen. Ist das Zahnfleisch nicht zartrosa, sondern dunkel rosa oder gar weiß rosa, rufe bitte deinen Tierarzt zur Hilfe. Schmerzäußerungen bei Pferden Schmerzen zeigen Pferde nicht durch deutliches „Schreien”. Aber auch Laute wie Stöhnen, Schnaufen und Zähneknirschen können durchaus der Äußerung von Schmerzen dienen. Hier ist es wichtig, dass du dein Pferd gut beobachtest und es vor allem auch gut kennen und einschätzen lernst. Manche Pferdebesitzer können sogar schon an der Art der Laute den entsprechenden Schmerz zuordnen, z.B. Pferde, die bei Magenproblemen immer mit den Zähnen knirschen oder Pferde, die bei einer Kolik (vor allem beim Hinlegen) laut aufstöhnen.
Lies mehr 0m
Herz und Blutkreislauf des Pferdes
Das Herz und das Blutgefäßsystem des Pferdes sind für den Transport wichtiger Stoffe durch den Körper zuständig. Hiermit wird gewährleistet, dass alle Organe mit ausreichend Sauerstoff, Nährstoffen, aber auch Hormonen und Wärme versorgt werden. Wiederum werden Abfallstoffe und auch Kohlendioxid über das Herz-Kreislaufsystem abtransportiert. Aufbau und Funktion des Pferdeherzens Das Herz ist ein rhythmisch zusammenziehender Hohlmuskel. Es liegt auf dem Boden der Brusthöhle zwischen der 3. und 6. Rippe im Brustbereich, direkt hinter dem linken Vorderbein. Das Pferdeherz wird von einem feinen, mit Flüssigkeit befeuchteten Herzbeutel ummantelt. Es wiegt etwa 4kg und besteht aus zwei Hälften mit insgesamt vier Bereichen: rechter Vorhof mit rechter Kammer und linker Vorhof mit linker Kammer. Spezielle Klappen verbinden die Vorhöfe mit den Kammern auf beiden Herzhälften. Im Ruhezustand schlägt das Herz eines gesunden Pferdes 28 bis 40 Mal pro Minute. Es ist wichtig, dass du diese Ruhefrequenz deines Pferdes kennst, da eine Erhöhung des Herzschlages im Ruhezustand auf Schmerz, Angst, Stress, Krankheit oder Anspannung hinweisen kann. Die maximale Herzfrequenz außerhalb des Ruhezustandes kann bei über 200 Schlägen pro Minute liegen. Neben dem Herz gehört auch die Milz zum Kreislaufsystem. Sie dient dem Pferd als Blutspeicher, wiegt ca. 2kg und hat eine Länge von 50-60cm. Aufbau und Funktion des Blutes vom Pferd Ein Pferd hat ungefähr 7% seines Körpergewichts an Blut. Das ergibt bei einem 650kg schweren Warmblutpferd also etwa 45 Liter Blut im Kreislaufsystem. Dieses Blut dient als Beförderungsmittel für alle lebenswichtigen Nährstoffe zu den Organen und sorgt außerdem für den Abtransport der Abfallstoffe. Das Blut besteht aus Blutplasma sowie den darin enthaltenen Zellen: Erythrozyten (Rote Blutkörperchen): Sie enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin und verleihen dem Blut somit seine typisch rote Farbe. Hämoglobin bindet Sauerstoff, bzw. Kohlendioxid und transportiert diese durch den Körper. Leukozyten (Weiße Blutkörperchen): Diese farblosen Blutkörperchen sind im Organismus die „Gesundheitspolizei“ und sorgen somit für die Abwehr und Eliminierung von Krankheitserregern. Thrombozyten (Blutplättchen): Sie dienen der Blutgerinnung und sorgen dafür, dass sich auf Wunden eine Kruste bildet und dadurch die Blutung gestoppt wird. Aufbau und Funktion der Blutgefäße Die vom Herzen wegführenden Blutgefäße, welche das nährstoff- und sauerstoffreiche Blut enthalten, werden als Arterien bezeichnet. Sie leiten das angereicherte Blut weiter zu den verschiedenen Organen. Um auch die kleinsten Teile des Körpers mit Blut versorgen zu können, gehen Arterien über in ein sehr feinmaschiges Netzwerk von Gefäßen, den sogenannten Kapillaren. Venen sind die Blutgefäße, die zurück zum Herzen führen. Sie transportieren sauerstoffarmes Blut und werden durch das Herz in die Lunge weitergeleitet. Alle Gewebearten und Organe des Pferdes werden von Gefäßen mit Blut versorgt – mit Ausnahme der Knorpelschicht der Gelenke und der Hornhaut des Auges. Diese verfügen über keine Blutgefäße. Die Nährstoffversorgung wird hier über eine „Diffusion“ (Nährstofftransport durch Membranaustausch) gewährleistet. Funktion und Zusammenspiel von Herz und Blutkreislauf beim Pferd Beim Herz-Blutkreislauf ist der Name auch gleich Programm, denn es funktioniert genauso wie es heißt: das Blut läuft immer im Kreis. Der Motor, bzw. der Antrieb ist hierbei immer das Herz. Das Blut durchfließt das Herz pro Runde gleich 2x. Somit gibt es im Körper auch zwei Blutkreisläufe. Hierauf ist das Herz perfekt ausgelegt und versorgt mit seinen beiden Herzhälften jeweils einen Kreislauf, welche miteinander verbunden sind. Der erste Blutkreislauf ist der kleine Kreislauf oder Lungenkreislauf. Der zweite Blutkreislauf wird als großer oder Körperkreislauf bezeichnet. Die rechte Herzhälfte mit Vorhof und Kammer treibt das Blut durch den kleinen Kreislauf, die linke Herzhälfte mit Vorhof und Kammer ist der Antrieb für den großen Blutkreislauf. Der Kreislauf des Blutes Zunächst fließt das sauerstoffarme mit Kohlendioxid versetzte Blut in den rechten Vorhof. Von dort wird es weiter in die rechte Kammer gedrückt, die es weiter in die Lunge pumpt. In der Lunge findet dann der Gasaustausch statt: Abgabe von Kohlendioxid und Aufnahme von Sauerstoff. Von der Lunge fließt das Blut dann in den linken Vorhof und von da weiter in die linke Kammer. Diese drückt das Blut in die Aorta (Hauptschlagader), die die Verteilung des Blutes in die Arterien des Gefäßsystems übernimmt. Das mit Nährstoffen und Sauerstoff angereicherte Blut wird über die Arterien dann überall im Körper verteilt. Je feiner die Extremitäten werden, desto schmaler werden auch die Bluttransportbahnen und verästeln sich immer stärker, bis es dann nur noch feinste Kapillare sind. Hier erfolgt dann auch der eigentliche Austausch: Sauerstoff und Nährstoffe werden abgeladen und Kohlendioxid und Abfallstoffe aufgeladen. Die vom Herzen wegführenden Kapillaren heißen Arteriolen. Die zum Herz hinführenden Kapillaren werden als Venolen bezeichnet. Die feinen Kapillaren (auch Kapillarnetze genannt) sind somit das Bindeglied zwischen den beiden Blutkreisläufen: Das arterielle System geht hier in das venöse System über. Über den venösen Anteil des Gefäßsystems kehrt das Blut dann wieder zurück zum Herzen, wo es erneut angetrieben und beschleunigt wird. Das Blut in den Venen ist statt hellrot nun dunkelrot – ein Zeichen für die Sauerstoffarmut. Blut und deren Gefäße besitzen keinen eigenen Antrieb, sondern werden einzig und allein über die Muskelkontraktionen des Herzens fortbewegt. Die Kraft der 5 Herzen – die Funktion der Hufpumpe Das Pferdeherz macht durchschnittlich weniger als 1 % des Körpergewichts aus und ist somit relativ klein für die große Leistung, die es erbringen muss. Daher benötigt das Herz tatkräftige Unterstützung. Diese erhält es über den Mechanismus der vier Pferdehufe. Der Hufmechanismus unterstützt die Durchblutung der Herztätigkeit und wird daher auch als „Hufpumpe“ oder „Die Kraft der 4 Herzen“ bezeichnet. Wie funktioniert die Hufpumpe? Wenn dein Pferd 10 Schritte geht, wird durch den Hufmechanismus bei gesunden Pferden, die keine Eisen an den Hufen tragen, ca. 1 Liter Blut in jedem Huf bearbeitet. Bei Belastung des Hufes (also bei Bodenkontakt) weitet sich der Huf, so dass das Blut in die Blutgefäße der Huflederhaut einströmen kann. Bei Entlastung (also beim Abfußen) zieht sich das Hufinnere wieder zusammen, so dass ein Sog entsteht. Das Herz saugt das ihm entgegenströmende Blut an und übernimmt dann wieder die Durchblutungsarbeit im restlichen Körper. Dieser Hufpumpen-Mechanismus ist auch deshalb für dein Pferd so wichtig, weil unterhalb des Vorderfußwurzel- und des Sprunggelenks keinerlei Muskeln vorhanden sind, die diese Kontraktion übernehmen könnten. Bei Pferden, die immer Eisen tragen, schlechte Hufe oder aber wenig Bewegung haben, wird die Funktion der Hufpumpe stark eingeschränkt. Dies kann neben angelaufenen Beiden auch erhebliche Konsequenzen für das Blut-Kreislaufsystem und somit die Leistungsfähigkeit deines Pferdes haben. Das Blut gibt auch Hinweise auf Erkrankungen beim Pferd Oft ist es schwierig anhand der äußeren Symptome im Krankheitsfall bei Pferden eine eindeutige Diagnose festzustellen. Anhand eines Blutbildes und der Blutwerte lassen sich dann einfacher mögliche Krankheitsbilder ableiten, so dass eine gezielte Behandlung möglich ist. Hier einige Beispiele: Zu niedriger Gehalt an roten Blutkörperchen Blutarmut ist kein Mangel an Blut, sondern ein zu niedriger Gehalt an roten Blutkörperchen im Blut. Dieses kann die Folge von Blutverlust, einer verringerten Bildung von roten Blutkörperchen oder einem verstärkten Abbau von roten Blutkörperchen sein. Blutarmut kommt bei Pferden nicht oft vor, ist aber sehr nachteilig für die Kondition des Pferdes. Hierzu kannst du  am besten deinen Tierarzt zu Rate ziehen. Tipp: Wenn Blutarmut festgestellt wird, ist es wichtig, dass dein Pferd keinen weiteren körperlichen Belastungen ausgesetzt ist, um wieder fit und gesund werden zu können. Stress oder extreme Kälte sollten also vermieden werden. Nur ein Tierarzt kann Blutarmut behandeln, aber auch hier spielt eine ausgewogene und abgestimmte Fütterung eine wesentliche Rolle. Zu hoher Gehalt an roten Blutkörperchen Dies tritt bei bestimmten Erkrankungen von Herz, Lunge oder Nieren auf und kann außerdem ein Hinweis auf Austrocknung sein. Auch bei Koliken kann es zu deutlichen Verschiebungen des Wasserhaushaltes kommen. Tipp: Überprüfe regelmäßig die Wasserstätten deines Pferdes und sorge immer für eine ausreichende Wasserzufuhr. Ziehe bei anhaltenden Problemen immer den Tierarzt zu Rate. Übersäuerung des Blutes Bei einer andauernden Überbelastung des Pferdes kommt es zu einer erhöhten Produktion des Stoffwechselproduktes „Laktat“ (Milchsäure). Dieses wird normalerweise vom Körper schnell abgebaut. Sollte der Anteil jedoch zu hoch sein und ein schneller Abbau hierdurch nicht möglich sein, kann dies zu einer Erkrankung der Muskulatur (Übersäuerung der Muskeln) führen. Tipp: Decke dein Pferd bei einem Verdacht der Übersäuerung gut ein und biete ihm ausreichend Wasser an. Dein Pferd sollte keiner weiteren Bewegung mehr ausgesetzt werden. Rufe unbedingt deinen Tierarzt an. Zu hoher oder zu niedriger Proteingehalt im Blutplasma Eine Erhöhung ist häufig die Folge von einer Austrocknung oder einer Infektionskrankheit. Eine Erniedrigung bieten Hinweise auf eine Fehl-, Unter- oder Mangelernährung sowie auf Erkrankungen von Leber und Darm. Tipp: Überprüfe den allgemeinen Ernährungszustands deines Pferdes. Sorge für ausreichend Raufutter, Wasser, sowie eine ausgewogene Vitamin - und Mineralstoffzufuhr. Ziehe ggfs. deinen Tierarzt zu Rate. Hohe Zuckerwerte im Blut Wenn dein Pferd über die tägliche Fütterung Zucker und Stärke aufnimmt, wird das Hormon Insulin aktiv. Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Blutzuckerwert auf einem konstanten Level gehalten wird. Darüber hinaus unterstützt Insulin auch wichtige Prozesse im Körper. Schwankende Zuckerwerte im Blut sind also normal. Ist dieser Wert aber auf unnatürliche Weise auch für einen längeren Zeitraum erhöht, kann das ein klares Anzeichen für eine Diabetes beim Pferd sein. Falls dir typische Symptome bei deinem Pferd auffallen, halte hier Rücksprache mit deinem Tierarzt, denn bei einer Diabetes sollte die Behandlung schnell eingeleitet werden. Diese ist ganz individuell an den Krankheitsstatus deines Pferdes angepasst. Tipp: Reduziere deutlich den Zucker- und Stärkeanteil im Pferdefutter. Biete deinem Pferd genügend Raufutter an, aber lass den Nährstoffgehalt deines Raufutters vorab einmal mittels dem Raufutter-Schnelltest testen. Auch beim Kraftfutter hast du die Möglichkeit, auf zuckerreduzierte Sorten zurückzugreifen, sollte dein Pferd zusätzlich Energie benötigen, wie z.B. auf das vollwertige Kräutermüsli Pavo Care4Life oder dem Pavo Nature’s Best Müsli. Hohe Fettwerte im Blut Hast du ein übergewichtiges Pferd? Oder bist dir nicht sicher, ob dein Pferd noch Normalgewicht hat? Dann führe doch einmal das Body-Condition-Scoring durch, um seinen Gewichtszustand objektiv beurteilen zu können. Lass auch einmal die Blutwerte checken, denn zu hohe Fettwerte im Blut können die Gesundheit deines Pferdes langfristig beeinträchtigen. Tipp: Unterstütze dein Pferd bei einer gesunden und verantwortungsvollen Gewichtsreduktion. In unserem Pavo InShape Programm findest du viele wertvolle Tipps zu den 3 wichtigen Säulen des Abnehmprozesses: Haltung, Bewegung und Fütterung. Benötigt dein Pferd neben Raufutter zusätzlich ein Kraftfutter für den Konditions- und Muskelerhalt? Dann entscheide dich am besten für ein mineralisiertes energie- und zuckerarmes Futter mit essentiellen Aminosäuren.
Lies mehr 0m
Grundbedürfnisse eines Pferdes
„Warum verhält sich mein Pferd so, wie es sich gerade verhält?“ Diese Frage hat sich bestimmt schon jeder Pferdebesitzer das eine oder andere Mal gefragt. Pferde sind nicht grundlos aggressiv, ängstlich oder respektlos. Hinter jedem Verhalten steckt eine Motivation, bzw. ein Bedürfnis, das erfüllt werden möchte. Werden die Grundbedürfnisse deines Pferdes auf artgerechte Weise erfüllt, so wird dieses in der Regel auch mit einem akzeptablen Verhalten erwidert. Werden die Bedürfnisse langfristig nicht erfüllt, kann sich dies in negativem Verhalten, wie z.B. Wegrennen, Treten, Beißen oder Bocken, widerspiegeln. Hier ist es besonders wichtig, nach der Ursache zu suchen: Was steckt hinter dem Verhalten deines Pferdes? Wodurch wird es ausgelöst? Und wie kannst du dieses Verhalten deines Pferdes positiv beeinflussen? Ein zielgerichtetes Verhalten wird beim Pferd durch bestimmte Reize ausgelöst. Sind diese Ziele erreicht, wird das Verhalten beendet. Daher ist es wichtig, ein positives Verhalten langfristig zu erhalten, zu bestärken und die entsprechenden Reize auszulösen. Teamwork zwischen Mensch und Pferd lebt davon, dass du dich für dein Pferd und seine Umgebung interessierst, es verstehst und seine Bedürfnisse ernst nehmen möchtest. Lasse dein Pferd „Pferd“ sein, dann ist es eine Leichtigkeit zu erkennen, welche Grundbedürfnisse du bei deinem Pferd stillen musst. Welche Grundbedürfnisse hat denn nun ein Pferd? Die Grundbedürfnisse von Pferden können in zwei Kategorien eingeteilt werden: haltungsrelevante Grundbedürfnisse und emotionale Grundbedürfnisse. Beide Kategorien sind allerdings sehr eng mit einander verknüpft, so dass z.B. aus den Haltungsbedingungen das Verhalten Ihres Pferdes resultiert. Haltungsrelevante Grundbedürfnisse Artgerechte Ernährung mit einer ausgewogenen Fütterung Pferde sind Pflanzen- und Dauerfresser. In der freien Natur verbringen sie daher täglich mehr als 16 Stunden mit fressen. Typisch hierbei ist, dass sich Pferde beim Grasen langsam, aber stetig vorwärts bewegen. Um dem natürlichen Fressverhalten von Pferden gerecht zu werden, benötigt es ein abwechslungsreiches und vor allem rohfaserreiches Nahrungsangebot. Je mehr Kaubewegungen ein Pferd pro Mahlzeit tätigen muss und je länger es mit Fressen beschäftigt ist, desto mehr wird dieses wichtige Grundbedürfnis der Nahrungsaufnahme gestillt. Vermeiden Sie daher lange Fresspausen. Eine ausgewogene Fütterung sollte in erster Linie aus Raufutter bestehen. Ein Pferd benötigt 1,5-2,0% seines Körpergewichts an Raufutter (Trockenmasse). Also benötigt ein 600kg schweres Pferd 9-12kg Raufutter (Trockenmasse). Heu hat einen Trockenmassegehalt von 85%, so dass Ihr Pferd 12-14kg Heu pro Tag benötigt, wenn es kein Gras bekommt. Bei Weidegang ändert sich die Berechnung entsprechend. Mit einer raufaserhaltigen Fütterung gewährleistest du eine lange Kautätigkeit und eine Grundzufriedenheit deines Pferdes. Energiebedarf des Pferdes decken ​Bei der Berechnung des Energiebedarfs deines Pferdes sind die Arbeitsmenge und die Haltungsbedingungen ausschlaggebend. Sportpferde und Zuchtpferde (Stuten mit Fohlen) benötigen oft ergänzend Energie und/oder Eiweiß in Form von Kraftfutter. Ein Freizeitpferd kann prima mit einer Ernährung basierend auf gutem Raufutter und einigen zusätzlichen Mineralien und Vitaminen, z.B. aus speziellen Briketts, auskommen. Nicht nur als Raufutterersatz, sondern auch als zusätzlicher Energielieferant, eignet sich auch die Fütterung von Heucobs. Pavo FibreNuggets Heucobs können sowohl trocken als auch eingeweicht gefüttert werden und sind zudem reich an Ballaststoffen, natürlichen Vitaminen und Spurenelementen. Sollte dein Freizeitpferd darüber hinaus noch Kraftfutter benötigen, ist ein rohfaserhaltiges Futter, wie z.B. Pavo Nature´s Best oder die energiearmen Müslisorten Pavo Care4Life sowie Pavo EasyMix empfehlenswert. Der Energiebedarf von Sportpferden liegt - abhängig von der Intensität der Arbeit - zwischen 102,3 MJ und 158,5 MJ (Energiewert Pferd) pro Tag. Eine Heu-Futterwert-Untersuchung zeigt, dass Heu-Mengen durchschnittlich pro Kilogramm 6,80 MJ (8,8 MJ pro kg Trockenmasse) enthalten. Möchtest du also den Energiebedarf von 102,3 MJ pro Tag decken, musst du 15kg Heu an dein Pferd verfüttern. Die Deckung eines höheren Energiebedarfs rein über Heu ist in der Regel nicht umsetzbar, so dass Sportpferde dann im Allgemeinen zusätzlich ein Kraftfutter, wie das Pavo AllSports oder das Pavo SportsFit, zur Deckung des höheren Bedarfs benötigen. Eiweißgehalt im Futter ​Eiweiß ist ein essentieller Baustein für den Körper. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Regeneration von Gewebe und beim Muskelaufbau. Der gesamte Eiweißgehalt im Raufutter muss für Pferde mit normaler Arbeit mindestens 60g pro kg Trockenmasse betragen. Bei Zuchtstuten und Sportpferden sollte der Eiweißgehalt vorzugsweise sogar bei über 100g pro kg Trockenmasse liegen. Zuckergehalt im Futter ​Die größte Zuckermenge nehmen Pferde an einem Tag über Gras oder Heu auf. Durchschnittlich befindet sich in Heu 100g Zucker pro kg Trockenmasse. Anders ausgedrückt: 10% der Trockenmasse im Heu besteht aus Zucker. Wenn dein Pferd 10kg Trockenmasse Heu aufnimmt (entspricht ungefähr 11,5kg Heu), verzehrt es 1kg Zucker. Steht dein Pferd ganztägig auf der Weide, nimmt es mindestens 2kg Zucker/Tag auf. Artgerechte Haltung und Bewegung für dein Pferd Pferde sind Bewegungstiere. In der freien Natur erfolgt beim Pferd die Futteraufnahme durch langsame Fortbewegung. Somit bewegt es sich am Tag mindestens 16 Stunden voran. Nicht nur die Psyche, sondern auch die körperlichen Gegebenheiten, wie das Herz-Kreislaufsystem des Pferdes, sind auf dieses Grundbedürfnis der Bewegung ausgelegt. Fehlt deinem Pferd die Bewegung, kann dies zu Erkrankungen des Bewegungsapparats, Überfettung sowie Verhaltensstörungen führen. Achte bei der Stallhaltung darauf, dass dein Pferd ausreichend Weidegang genießen kann, die Box groß genug sowie Tageslicht durchflutet ist und vor allem ein gutes Luftklima für gesunde Atemwege hat. Für die Tiefschlafphase legen sich Pferde gern ausgetreckt hin. Einerseits ist also genügend Platz wichtig, andererseits muss sich ein Pferd auch ausreichend sicher in seinem Zuhause fühlen, um sich hinlegen und schlafen zu können. Biete deinem Pferd auch genügend Platz, damit es seine eigene „Raumeinteilung“ vornehmen kann. Pferde teilen ihren Platz gern in verschiedene Bereiche ein: an einer Stelle wird geschlafen, an der anderen gefressen. Dann gibt es noch Bereiche zum Wälzen oder aber auch zum Äppeln. Emotionale Grundbedürfnisse Soziale Kontakte Pferde sind Herdentiere. Sie benötigen Kontakte, um sich ein ausgeprägtes positives Sozialverhalten aneignen zu können. In einer sicheren Umgebung mit einer ausgeglichenen Herde kann sich dein Pferd ideal entspannen und die nötige Ruhe finden. Sicherheit Der Aspekt „Sicherheit“ spielt für Pferde eine große Rolle und ist neben der Nahrungsaufnahme eines der wichtigsten Grundbedürfnisse. Außer dem Bedürfnis des sozialen Kontakts, benötigt dein Pferd die Herde auch zu seiner Sicherheit. Denn wie heißt es immer so schön? Nur gemeinsam ist man stark! Biete deinem Pferd und seiner Herde außerdem eine sichere Umgebung. Pferde sollten nicht das Gefühl haben, ständig aufpassen zu müssen oder sogar in Gefahr zu sein. Dies führt nur zu einem erheblichen Stresspotential. Aber auch du als Besitzer spielst eine ganz entscheidende Rolle beim Sicherheitsgefühl deines Pferdes. Gerade Pferde sind unglaublich sensibel und feinfühlig. Sie brauchen Vertrauen, um sich sicher zu fühlen. Strahlst du Ruhe, Selbstverständlichkeit und Klarheit aus, so überträgt sich dies unmittelbar auf dein Pferd. Schaffe Vertrauen und biete deinem Pferd eine konsequente Führung. Gute Führungskompetenzen zeichnen sich unter anderem durch eine gute Wahrnehmungsfähigkeit, Kontrolle der eigenen Emotionen, vorausschauendes und umsichtiges Denken, Entscheidungsfreudigkeit, Timing, Durchsetzungsfähigkeit kombiniert mit Fairness und die Wertschätzung des Pferdes aus. Abwechslung Auch Pferde möchten gefördert werden und dazulernen. Bei Unterforderung entstehen sonst Langeweile, Frust oder Aggressionen. Hierbei geht es nicht darum, dass du dein Pferd rund um die Uhr bespaßen musst, aber es liegt natürlich als Besitzer in deiner Verantwortung, deinem Pferd das entsprechende Umfeld zu schaffen, in dem es verschiedene Möglichkeiten hat. Komme auch mal Weg vom ständig disziplinierten Training und unternehme mit deinem Pferd zur Abwechslung mal was Schönes, z.B. ein entspannter Ausritt durch den Wald oder ein Spiele-Parcours. Dies schafft Leichtigkeit und Freude auf beiden Seiten und sorgt für neue Motivation bei der Arbeit. Was für ein Bedürfnistyp ist dein Pferd? Bei jedem Pferd sind die Grundbedürfnisse anders ausgeprägt. Daher ist es wichtig, Pferde nicht zu pauschalisieren, sondern sich individuell auf ihre Bedürfnisse einzustellen. Achte darauf, wie dein Pferd auf Veränderungen reagiert. Ist es unsicher, ängstlich, interessiert, aggressiv oder neutral? Achte darauf, wir dein Pferd auf Fremde reagiert. Lässt es sich von Fremden anfassen, ist es freundlich, aufdringlich oder sogar distanzlos? Achte darauf, ob sich dein Pferd gut von Artgenossen trennen kann. Konzentriert es sich dann auf dich, ist es unsicher, abgelenkt oder lässt es sich sogar gar nicht ohne andere Pferde arbeiten? Achte darauf, was bei deinem Pferd typische Verhaltensmuster sind. Lässt sich dein Pferd schwer motivieren, ist es nervös, hat es vor allem Angst, ist es stur oder faul? Achte darauf, an welchen Orten sich dein Pferd am liebsten aufhält. Steht es mit der Herde zusammen oder immer abseits, steht es lieber in der Sonne, im Regen oder in Futterplatznähe? Achte darauf, wir dein Pferd auf dich reagiert. Ist es ein Spiegelbild d einer Seele, so dass es nur ruhig und konzentriert ist, wenn du es auch bist? Achte darauf, was die Lieblingsbeschäftigung deines Pferdes ist. Wird es lieber geritten oder liegt ihm die Bodenarbeit mehr, ruht es sich gern aus oder denkt es nur an Fressen? Achte darauf, was dein Pferd gar nicht mag. Wird es nicht gern angefasst oder geputzt, ist dein Pferd schnell gelangweilt oder ist in einer großen Herde gestresst? Achte darauf, wer von euch die „Zügel in der Hand“ hat. Hört dein Pferd dir zu, ist es willig, respektvoll und gehorsam? Was schätzt du besonders an deinem Pferd? Nutze genau diese Stärken und fördere diese. Dein Pferd wird dadurch positiv bestärkt und kann sich so im Rahmen seiner individuellen Grundbedürfnisse entfalten.
Lies mehr 0m
Dein Pferd in jedem Alter optimal versorgt
Im Laufe seines Lebens durchläuft dein Pferd eine Vielzahl an unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Die 1. Entwicklungsphase startet bereits als ungeborenes Fohlen im Bauch der tragenden Stute. Weiter geht es als frischgeborenes Fohlen, über zum Absetzer, zum Jährling, zum ausgewachsenen Pferd, bis schließlich hin zum Senior. Mit dem Übergang in die nächste Entwicklungsphase verändert sich gleichzeitig auch der Nährstoffbedarf deines Pferdes. Um dein Pferd in jeder Lebensphase gesund und fit zu halten, ist es dann nötig, die Fütterung auf seine aktuellen Bedürfnisse anzupassen. Aber was sollte dein Pferd eigentlich fressen, um seinen Bedarf an bestimmten Nährstoffen optimal zu decken? Ungeachtet der jeweiligen Entwicklungsphase bildet hochwertiges Raufutter immer die Grundlage jeder gesunden Pferdefütterung. Stelle also sicher, dass deinem Pferd mindestens 1,5% seines Körpergewichts an Raufutter pro Tag zur Verfügung steht. So unterstützt du sein Wohlbefinden, eine gesunde Verdauung und förderst ein natürliches Fressverhalten.   Der Nährstoffbedarf deines Pferdes in den verschiedenen Lebensphasen  In jeder Lebens- und Entwicklungsphase benötigt dein Pferd eine Vielzahl an unterschiedlichen Nährstoffen für seine Gesunderhaltung. Hinterfrage also gut, in welcher Phase dein Pferd sich aktuell befindet, sodass du die Fütterung und Haltung optimal an seinen jeweiligen Bedarf anpassen kannst. 1. Ungeborenes Fohlen Für eine gute Entwicklung von Knorpel, Sehnen und Bändern benötigt ein ungeborenes Fohlen vor allem ausreichend Zink, Selen und Kupfer. Jedoch sind auch Calcium, Phosphor und Magnesium im richtigen Verhältnis entscheidend für eine gute Knochenentwicklung. Da die Nährstoffversorgung des ungeborenen Fohlens über die tragende Stute erfolgt, ist ein spezielles Zuchtstutenfutter nötig, um es mit genau diesen Nährstoffen zu versorgen. Füttere dieses ab dem 9. Trächtigkeitsmonat, um die Entwicklung deines ungeborenen Fohlens optimal zu unterstützen. 2. Neugeborenes Fohlen Ist dein Fohlen gerade geboren, besitzt es zunächst keine eigenen Antikörper. Diese erhält es erst durch das Trinken der ersten Stutenmilch (Biestmilch oder auch Colostrum genannt). Daher ist es für einen guten Start ins Leben sehr wichtig, dass dein Fohlen diese Erstmilch so schnell wie möglich, spätestens aber innerhalb der ersten 4 Stunden nach der Geburt aufnimmt. Neugeborene Fohlen benötigen vor allem viel Eiweiß für ihr Wachstum. Für eine gute Knochenentwicklung ist außerdem eine ausreichende Versorgung an Kupfer, Zink, Mangan und Magnesium entscheidend. Das Beste für junge Fohlen ist die Muttermilch, so dass Fohlen sich gern so lange wie möglich an Muttis Milchbar bedienen sollten. Sobald es beginnt, sich für Kraftfutter zu interessieren, kannst du einen eiweißreichen Fohlenstarter füttern. Achte bei der Wahl des Fohlenfutters darauf, dass die enthaltenen Mineralstoffe organisch gebunden sind, sodass sie optimal von deinem Fohlen verstoffwechselt werden können.   3. Absetzer/Jährling Ein Absetzer, bzw. ein Jährling benötigt nahezu dieselben Nährstoffe wie ein neugeborenes Fohlen. Für den weiteren Wachstumsprozess ist jedoch vor allem eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Aminosäuren entscheidend. Auch ein optimales Calcium-Phosphor-Magnesium-Verhältnis von 7:5:1 im Pferdefutter ist wichtig, um eine gute Knochenentwicklung zu gewährleisten. Hierdurch wird besonders in jungen Jahren der Grundstein für ein gesundes Knochengerüst gelegt. Die Basis der Futterration für dein 2-3-jähriges Pferd bildet zudem immer ausreichend hochwertiges Raufutter. Ein Kraftfutter speziell für junge Pferde versorgt es zusätzlich mit allen Nährstoffen, die es für seine weitere Entwicklung benötigt. Dein Fohlen ist eher leichtfuttrig und kann seinen Energiebedarf bereits durch ausreichend Raufutter decken? Dann füttere zusätzlich zum Raufutter dennoch ein Mineralfutter speziell für Absetzer und Jährlinge, so dass dein Junior ausreichend mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen für ein gesundes Wachstum versorgt wird. Auch interessant: Durch eine optimale Nährstoffversorgung lässt sich sogar das Risiko auf ernste Erkrankungen, wie z.B. OC/OCD reduzieren. Auch regelmäßige Bewegung kann die Entwicklung deines jungen Pferdes positiv beeinflussen. 4. Ausgewachsenes Pferd Ist dein Pferd mit ca. 3 Jahren ausgewachsen, kann mit dem Einreiten gestartet werden. Zu Beginn dieser Phase benötigt dein Pferd kaum zusätzliche Energie. Ganz im Gegenteil: Ein Energieüberschuss könnte dein Pferd beim Einreiten unnötig hitzig werden lassen und das gesamte Training erschweren. Für den Muskelaufbau ist jedoch eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Aminosäuren notwendig. Füttere daher das eiweißreiche Aufzuchtfutter zunächst weiter, um die Eiweißversorgung sicherzustellen ohne zu viel Energie zuzuführen. Starten die ersten arbeitsintensiveren Phasen, eignen sich leichte Kraftfuttersorten mit einem niedrigem Energiewert. Auch für Pferde, die später im Turniersport gehen sollen, genügt zunächst ein leichtes Kraftfutter, um den Energiebedarf zu decken. Ist die erste Arbeitsphase – das Einreiten – geschafft, hängt der Nährstoffbedarf deines Pferdes sehr stark von der weiteren Trainingsintensität und Trainingshäufigkeit ab. Eine grobe Unterscheidung ist hier die Einteilung zwischen Freizeitpferd, Sportpferd und Zuchtpferd: Freizeitpferd Freizeitpferde benötigen für ihre Gesunderhaltung in erster Linie eine optimale Versorgung an Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders eine ausreichende Zufuhr von Zink und Selen ist sehr wichtig, da beide Mineralstoffe in unseren hiesigen Gräsern nicht ausreichend vorhanden sind. Um dein Pferd bestmöglich mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen, die es benötigt, eignet sich ein Mineralfutter. Ein hochwertiges Mineralfutter erkennst du daran, dass es über eine gut verwertbare Mineralstoffquelle verfügt. Dies ist zum Beispiel bei organischen Mineralfuttern oder Mineralfuttersorten mit Intellibond Spurenelementen der Fall. Anorganische Mineralien hingegen können von deinem Pferd teilweise nicht aufgenommen werden, so dass sie unverwertbar wieder ausgeschieden werden. Die meisten Freizeitpferde können ihren Nährstoffbedarf bereits durch qualitativ hochwertiges Raufutter in ausreichender Menge in Kombination mit einem guten Mineralfutter decken. Hat dein Freizeitpferd jedoch einen erhöhten Energiebedarf, z.B., weil du es mehrmals pro Woche leicht arbeitest, kannst du ein Kraftfutter mit niedrigem Energiewert füttern. Fütterst du deinem Pferd mindestens 1,5 kg einer mineralisierten Kraftfuttersorte pro Tag, ist die Zugabe eines Mineralfutters nicht mehr erforderlich. Das Kraftfutter versorgt dein Pferd dann mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, die es benötigt. Gut zu wissen: Alle Pavo Kraftfuttersorten sind vollmineralisiert. Bei Einhaltung der Fütterungsempfehlung ist die Zugabe eines Mineralfutters nicht notwendig. Sportpferd Sportpferde verfügen über einen moderaten bzw. hohen Energiebedarf. Um diesen zu decken benötigen sie, neben ausreichend Raufutter, ein energiereiches Kraftfutter. Damit dein Sportpferd seine Aufgaben problemlos meistern kann, ist besonders die richtige Energiequelle im Futter entscheidend. Die richtige Wahl dazu ist in erster Linie von eurer Disziplin abhängig: Leistet dein Pferd eher ausdauernde Aufgaben, wie z.B. im Distanzreiten? Dann eignet sich eine langsam freiwerdende Energiequelle, wie z.B. Öl oder Gerste. Oder benötigt dein Pferd schnell verfügbare Energie für explosionsartige Leistungen, wie z.B. im Rennsport oder beim Springen? Dann ist Hafer als Energielieferant eher empfehlenswert. Anders als Freizeitpferde beanspruchen Sportpferde ihre Muskulatur nahezu täglich besonders stark. Um ihre Muskeln leistungsfähig zu erhalten, benötigen sie eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe. So ist beispielsweise eine ausreichende Zufuhr an natürlichem Vitamin E und Selen entscheidend für die Versorgung der Muskulatur. Essentielle Aminosäuren sorgen zusätzlich für einen guten Muskelstoffwechsel. Für die Muskelentspannung und Regenration nach der Arbeit benötigt dein Sportpferd außerdem ausreichend Magnesium. Ein Kraftfutter für dein Sportpferd sollte also die richtige Energiequelle für eure Disziplin, ausreichend Vitamin E und Selen, Magnesium sowie ausreichend hochwertiges Eiweiß enthalten.  Die Zugabe eines Mineralfutters ist für Sportpferde meist nicht erforderlich, da sie in der Regel mehr als 1,5 kg Kraftfutter pro Tag erhalten. Merkst du jedoch, dass dein Pferd unter Muskelverspannungen leidet oder nach dem Training schnell übersäuert, können spezielle Ergänzungsfuttermittel helfen, den Abtransport von Abfallstoffen aus den Muskeln zu beschleunigen. Wenn dein Sportpferd nach dem Training stark geschwitzt hat, achte darauf, die lebenswichtigen Körpersalze wieder aufzufüllen. Hierfür eignet sich Elektrolyte in Pellet- oder in Flüssigform. Zuchtpferd Eine Zuchtstute kann bis zur Hochträchtigkeit ihrem Grundbedarf gerecht gefüttert werden. Erst ab der Hochträchtigkeit, also ab dem 9. Monat, steigt der Nährstoffbedarf der tragenden Stute. In dieser Phase benötigt sie vor allem essentielle Aminosäuren, die sich positiv auf ihren Hormonhaushalt auswirken. Die hochwertigen Eiweiße beeinflussen außerdem die Entwicklung des ungeborenen Fohlens und unterstützen die Milchproduktion während der Laktation. Eine ausreichende Versorgung an Magnesium und Selen schützt die Stute zudem vor frühzeitigen Wehen. Die Fütterung eines Deckhengstes basiert in erster Linie auf seinem Energiebedarf. Wird dein Deckhengst z.B. noch im Sport geritten, benötigt er ein hochwertiges Sportfutter mit ausreichend Proteinen für die Deckung seines Energiebedarfs und eine optimale Nährstoffversorgung. Wird dein Deckhengst nicht oder nur freizeitmäßig geritten, benötigt er kaum zusätzliche Energie, jedoch ausreichend hochwertige Aminosäuren. Essentielle Fettsäuren, wie z.B. Leinöl, fördern zudem die Samenbildung. Eine ausreichende Versorgung an Vitamin E unterstützt zusätzlich die Fruchtbarkeit deines Deckhengstes und sollte vor allem während der Decksaison sichergestellt werden. 5. Altes Pferd Auch bei deinem Senior entscheidet der Energiebedarf über die genaue Gesamtfutterration. Wird dein altes Pferd noch leicht geritten oder darf es seinen Ruhestand auf der Weide genießen? Wenn du deinen Senior noch regelmäßig trainierst, benötigt es neben ausreichend Raufutter eventuell auch ein Spezialfutter für alte Pferde, um es optimal mit ausreichend Energie und Nährstoffen zu versorgen. Wusstest du, dass der Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen bei alten Pferden auch steigt, auch wenn sie sich bereits im Ruhestand befinden? Aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels benötigen sie beispielsweise größere Mengen der Spurenelemente Zink, Mangan und Selen für ihre Gesunderhaltung. Auch Calcium, Phosphor und Magnesium werden vermehrt für den Knochenstoffwechsel benötigt. Zudem haben alte Pferde einen höheren Bedarf an Energie und Eiweißen für den Konditionserhalt sowie Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren. Ein Futter speziell für alte Pferde berücksichtigt genau diese Bedürfnisse deines Seniors und versorgt ihn mit den Nährstoffen, die er für einen zufriedenen Ruhestand benötigt.  Achte bei der Fütterung deines alten Pferdes außerdem besonders darauf, dass es auch genügend Rohfasern aufnimmt, die für seine gesunde Verdauung und Versorgung essentiell wichtig sind. Hat dein Senior z.B. Gebiss-, oder Zahnprobleme, ist es möglich, dass er nicht mehr genügend Raufutter aufnehmen bzw. dieses unzureichend für den weiteren Verdauungsprozess vorbereiten kann. In diesem Fall eignen sich Raufutterersatzprodukte zum Einweichen, um die Versorgung mit den wichtigen Rohfasern sicherzustellen. Du hast weitere Fragen zur Fütterung deines Pferdes in verschiedenen Lebens- und Entwicklungsphasen oder eine andere, persönliche Fütterungsfrage? Dann kontaktiere die Pavo Fütterungsberatung. Unsere Experten helfen dir gern weiter.
Lies mehr 0m
Eiweiß und Zucker im Pferdefutter
Für ein gesundes und zufriedenes Pferd ist eine ausgewogene, bedarfs- und artgerechte Futterration unerlässlich. Um dein Pferd mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen, solltest du wissen, welchen Bedarf an den einzelnen Nährstoffen dein Pferd hat und danach die Fütterung abstimmen. Lege neben den Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen vor allem auch ein Augenmerk auf Eiweiß und Zucker. Gerade für den Muskelaufbau, verschiedene Stoffwechselprozesse, die Blutgerinnung und zur Bildung von Hämoglobin ist Eiweiß, das aus Aminosäuren aufgebaut ist, unerlässlich. Zu viel Eiweiß kann den Stoffwechsel aber auch unnötig belasten. Für dein Pferd bietet Zucker eine schnell verfügbare Energiequelle. Gerade bei schwerer körperlicher Arbeit kann so der Energiespeicher für die wichtigen Körperfunktionen schnell aufgefüllt werden. Die meisten Pferde benötigen jedoch keine hohen Zuckermengen aus der Fütterung. Im Gegenteil: Hohe Zuckermengen führen zu zahlreichen Krankheiten wie Kolik, Kotwasser, Insulinresistenz, Übergewicht, EMS, Cushing und Hufrehe. Deshalb ist hier besondere Vorsicht geboten. Der Zuckergehalt der Ration deines Pferdes sollte immer kritisch betrachtet werden. Erfahre mehr zu diesem Thema in unserem Ratgeber „Zucker in der Pferdefütterung“. Welchen Bedarf an Eiweiß und Zucker hat dein Pferd  Der Bedarf deines Pferdes an Eiweiß hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu beachten sind neben dem Erhaltungsbedarf auch die Leistung, das Alter, die Rasse, das Geschlecht und der Stoffwechseltyp deines Pferdes. Grundsätzlich gilt laut wissenschaftlicher Empfehlung für den Erhaltungsbedarf: 0,5 bis 1 g verdauliches Eiweiß pro Kilogramm Lebendgewicht. Bei der Berechnung des Eiweißbedarfs von Pferden ist aber zu berücksichtigen, dass der Bedarf nicht linear zum Gewicht steigt. Dies liegt an dem Verhältnis zwischen Körperoberfläche und Gewicht. Ein 600 kg schweres Pferd benötigt zwischen 200 - 480 g Eiweiß pro Tag. Zusätzlich steigt der Eiweißbedarf bei Pferden, die mehr Leistung erbringen müssen. Bei Arbeitsleistungen gehen Fachleute von einem Rohproteinbedarf von 5 g Rohprotein je Megajoule (MJ) aus. Ein 600 kg Pferd benötigt dann bei leichter Arbeit und einem Energiebedarf von 80 MJ ca. 400 g Eiweiß. Hochtragende und laktierende Stuten haben ebenfalls einen erhöhten Eiweißbedarf von mind. 500 g bis zu 1.200 g pro Tag. Gleiches gilt auch für Pferde im Wachstum, die ca. 600 g pro Tag benötigen. Je höher die Eiweißqualität ist, desto geringer kann die tägliche Proteinmenge sein. Deshalb ist vor allem bei Sport-, Zucht- und Jungpferden eine gute Eiweißqualität im Futter extrem wichtig, um den Stoffwechsel nicht unnötig zu belasten. Der Bedarf an Zucker bzw. generell an Stärke ist nicht genau festgelegt. Lediglich der Energiebedarf eines Pferdes in Erhaltung und bei Leistung ist von Bedeutung. Als allgemeinen Richtwert im Erhaltungsbedarf kann man etwa 0,5 MJ ME pro Kilogramm metabolische Körpermasse (KM0.75) annehmen. MJ steht für „Mega-Joule“ und ME für „Metabolische Energie. Die Metabolische Energie ist die Energie, die deinem Pferd zur Verfügung steht und ist somit die tatsächlich "nutzbare" Energie. Diese wird aus der Gesamtenergie im Futter abzüglich der Verluste durch Kot, Harn und Verdauungsgase ermittelt. Zucker und Stärke können dazu beitragen, diesen Energiebedarf zu decken. Jedoch sollte Stärke maßvoll eingesetzt werden. 1 g Stärke je kg Lebendgewicht und Mahlzeit sind dabei das Maximum. Der Anteil an Zucker sollte so gering wie möglich gehalten werden. Wieviel Eiweiß und Zucker nimmt dein Pferd mit dem Futter auf?  Für die Gesundheit deines Pferdes ist es unerlässlich, dass die tägliche Futterration den Nährstoffbedarf deckt. Nicht weniger wichtig ist es, eine Überversorgung von Nährstoffen vor allem über einen längeren Zeitraum zu vermeiden. Für eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ration solltest du deshalb die Nährstoffgehalte deiner Futtermittel und des Raufutters kennen. In der nachfolgenden Tabelle erhältst du eine Übersicht zum Eiweiß- und Zuckergehalt des Grundfutters (Jahresmittel aller eingereichten Proben über ganz Deutschland hinweg) sowie einiger Pavo Futtermittel. So bekommst du einen ersten Eindruck, welche Eiweiß- und Zuckermengen dein Pferd pro Tag über das Futter aufnimmt. Die Angaben sind bezogen auf die Trockenmasse. Eiweiß- und Zuckergehalt im Trockenmassegehalt von Pferdefutter: Futtermittel Trockenmassegehalt Rohproteingehalt in Trockenmasse Zuckergehalt in Trockenmasse Gras* 24% 15,9% 15,3% Heu* 86% 9,1% 10,2% Heulage* 72% 11,3% 9,6% Pavo SpeediBeet 88% 8,3% 5% Pavo FibreBeet 88% 11% 5% Pavo FibreNuggets 88% 10,4% 7,8% Pavo Care4Life 88% 13,5% 4% Pavo Nature's Best 88% 12,5% 4% Pavo TopSport 88% 21% 6% Pavo DailyFit 88% 14,5% 8,5% Um vom Trockenmassegehalt eines Futters auf die tatsächliche Menge im Futter zu gelangen, musst du die Frischmenge mit einbeziehen. Dies bedeutet, wenn dein Pferd 10 kg Heu bekommt, mit einer Trockenmasse von 86%, nimmt es 8,6 kg Heu in Trockenmasse auf. Für die oben genannten Futtermittel sind die Frischmassegehalte der einzelnen Futtermittel nachfolgend aufgeführt: Eiweiß- und Zuckergehalt in Gramm entsprechend der Fütterungsempfehlung: Futtermittel Tägliche Fütterungsempfehlung (600kg / gesundes Pferd) Wie viel Eiweiß ist enthalten? Wie viel Zucker ist enthalten? Gras 30kg/6 Stunden 1.145g 1.102g Heu 9kg 704g 789g Heulage 6kg 488g 415g Pavo SpeediBeet 0,3kg 22g 13g Pavo FibreBeet 0,6kg 58g 26g Pavo FibreNuggets 3,0kg 275g 206g Pavo Care4Life 1,0kg 119g 35g Pavo Nature´s Best 2,0kg 220g 70g Pavo TopSport 0,7kg 130g 37g Pavo DailyFit 1Brikett/Tag (140g) 18g 10g Ob und in welchem Maße eine Ergänzung der Ration mit Kraftfutter oder Raufutterersatzprodukten für dein Pferd nötig ist, lässt sich am besten über eine Heuanalyse ermitteln. Die Daten, die verfügbar sind, sind lediglich Durchschnittswerte. Wir wissen aus der Analyse von über 25.000 Heuproben, dass die individuellen Zahlen stark schwanken. Aber nur wenn du genau weißt, welche Nährstoffe in welchen Mengen dein Pferd bereits über das Grundfutter aufnimmt, kannst du eine zusätzliche Versorgung bedarfsgerecht anpassen. So vermeidest du eine Unter- aber auch Überversorgung deines Pferdes mit Eiweiß und Zucker. Was musst du bei der Fütterung hinsichtlich Zucker und Eiweiß beachten?  Die Basis einer guten Fütterung sind Raufutter (Gras, faserreiches Heu und Stroh) und eine Vitamin-, Spurenelement- und Mineralstoffergänzung. Dein Pferd benötigt mindesten 1,5% seines Körpergewichtes an Raufutter pro Tag. Je nach Qualität des Raufutters kann damit schon der gesamte Nährstoffbedarf des Pferdes gedeckt werden. Um dies beurteilen zu können, ist es allerdings unerlässlich, die Nährstoffgehalte deines Raufutters regelmäßig analysieren zu lassen. Die wichtigsten Parameter sind Energie, Eiweiß und vor allem Zucker, welche du bequem über den Pavo Raufutterschnelltest in Erfahrung bringen kannst. So werden eine Über- oder Unterversorgung und damit gesundheitlichen Problemen effektiv vorgebeugt. Gerade beim Zuckergehalt ist es wichtig, dass die Werte möglichst unter 10% liegen. Bei längerfristiger Fütterung hoher Zuckermengen (über 10%) können Krankheiten wie Insulinresistenzen, Hufrehe, Übergewicht, Cushing (PPID) und weitere Stoffwechselprobleme entstehen. Sollte die Heuanalyse ergeben, dass dein Heu zu viel Eiweiß und Zucker enthält, kannst du entweder eine andere Heupartie einsetzen oder einen Teil der täglichen Raufuttermenge durch Raufutterersatzprodukte wie Pavo FibreNuggets oder Pavo SpeediBeet ersetzen. Sollten die Nährstoffe aus dem Raufutter in Kombination mit einem Mineralfutter nicht ausreichen, kann bei Bedarf ein auf dein Pferd abgestimmtes Kraftfutter ergänzt werden. Hier stehen neben Sporfuttermitteln auch eiweiß- und zuckerreduzierten Müslis (z.B. Nature´s Best, Care4Life), Müslis mit wenig Energie (EasyMix) oder Futter speziell für zu dicke Pferde (InShape) zur Verfügung. Achte unbedingt beim Kraftfutter auf den Zuckergehalt. Idealerweise sollte auch dieser zwischen 4-10% liegen. Beim Eiweiß ist vor allem ein gutes Aminosäuremuster wichtig. Die essentiellen Aminosäuren wie Lysin, Methionin, Threonin und Tryptophan sollten über Rohstoffe wie Luzerne, Soja, Bierhefe, aber auch als Einzelkomponenten enthalten sein. So kannst du sicherstellen, dass dein Pferd hochwertige Eiweiße bekommt ohne große Mengen aufzunehmen. Mineralfutter Wenn Pferde rund um die Uhr nur auf der Weide stehen und daher wenig bis gar kein Kraftfutter bekommen bzw. benötigen, bietet sich Pavo DailyFit als tägliche Mineralstoffergänzung an. Hierbei handelt es sich um schmackhafte, getreidefreie Briketts mit einer Tagesdosis an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Eine weitere Pavo Futterempfehlung ist Pavo Vital. Das getreide- und melassefreie Mineralfutter enthält alle nötigen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente in gut verfügbarer Form. Der tägliche Bedarf eines 600 kg schweren Pferdes liegt bei 100 g. Solltest du dir mit der Zusammenstellung der täglichen Ration deines Pferdes unsicher sein, nicht nur in Hinblick auf Zucker und Eiweiß, steht dir die Pavo Futterberatung gern mit Rat und Tat zur Seite.​
Lies mehr 0m
Wie gesund sind Pferdeleckerlis
Sicherlich belohnt jeder sein Pferd hin und wieder mit schmackhaften Pferdeleckerlis – die einen mehr, die anderen weniger. Leckerlis sind in kaum einem Pferdestall mehr wegzudenken. Wir belohnen damit unsere Pferde nach einer guten Leistung oder einem anstrengenden Training. Leckerlis können auch unterstützend eingesetzt werden, um Pferden etwas beizubringen. Die Auswahl dabei ist groß. Aber wie gesund sind die kleinen Snacks mit Kräuter-, Obst- oder Gemüsegeschmack überhaupt? Worauf solltest du bei dem Kauf von Pferdeleckerlis achten? Und wie und wann fütterst du Leckerlis am besten? Was sind Pferdeleckerlis? Kleine, handliche Snacks, die dir gut in der Hand liegen und die du deinem Pferd zwischendurch in kleinen Mengen füttern kannst – das sind Pferdeleckerlis, die eigentlich in keinem Stall fehlen. Anders als das tägliche Raufutter, spezielles Kraftfutter oder unterstützendes Ergänzungsfutter, geht es bei Leckerlis nicht darum, dein Pferd mit essentiellen Nährstoffen zu versorgen. Dennoch solltest du bei der Auswahl der Leckerchen wählerisch sein und beim Kauf auf gesunde Zutaten achten. Dein Pferd muss dabei sicherlich nicht auf Geschmack verzichten, denn vor allem natürliche Leckerlis haben die besten Eigenschaften und sind ideal für Pferde. Warum werden Pferdeleckerlis angeboten? Pferdeleckerlis werden in der Regel als Belohnung angeboten, z.B. nach einem erfolgreichen Training oder Wettkampf, wenn dein Pferd eine komplizierte Aufgabe gekonnt gemeistert hat. Oder zur Unterstützung bei der Bodenarbeit, wenn dein Pferd etwas Neues lernen soll. Es gibt viele Situationen, in denen du vielleicht auch gern deinem Pferd in Form von einem leckeren Snack deine Wertschätzung zeigen möchtest. Werden Pferdeleckerlis geschickt eingesetzt, verbindet dein Pferd die Aufgabe auch mit etwas Positivem, so dass euch beiden in Zukunft die Aufgabe viel einfacher von der Hand geht. Ein Leckerli ist daher ein starker Anreiz während einem Training. Tipp: Sollte dein Pferd beim Aufsteigen unruhig sein, so bringe ihm doch bei, dass es ein Leckerli von dir bekommt, sobald du im Sattel sitzt und es geduldig stehen bleibt. Achte hier vor allem auf richtiges Timing! Welche Pferdeleckerlis gibt es? Die Auswahl an Pferdeleckerlis in Form und Geschmack ist wirklich groß. So ist für jeden Geschmack etwas dabei, und manchmal hast du auch die große Qual der Wahl. Es gibt Leckerlis mit fruchtigem Obst, schmackhafte Gemüsesnacks oder Leckerlies mit gesunden Kräutern und Pflanzen. Was mag dein Pferd am liebsten? Probiere dich am besten durch die verschiedenen Geschmackrichtungen und lass dein Pferd herausfinden, welche Leckerlis ihm am besten schmecken! Worauf solltest du beim Kauf von Pferdeleckerlis achten? Auch wenn sie nur zwischendurch zur Belohnung gegeben werden, sollten Pferdeleckerlis dennoch – oder gerade deshalb – auch gesund sein. Das ist aber nicht immer der Fall. Auf manche Leckerlis stürzen sich Pferde so gerne, weil sie sehr zucker- und getreidehaltig sind. Eine ausgewogene Versorgung mit Zucker und Stärke in der Gesamt-Tagesration (inkl. Leckerlis!) ist zwar in Ordnung, kommt es aber zu einem Überschuss an Zucker, wird der Organismus des Pferdes stark belastet – schlechte Zähne, Übergewicht, Hufrehe, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen können die Folge sein. Der Zuckerwürfel, der Pferden früher gern als Snack angeboten wurde, ist daher schon längst veraltet. Achte beim Kauf von Pferdeleckerlis daher bereits im Vorfeld auf die Zutaten. Diese sollten in erster Linie so natürlich und gesund wie möglich sein. Hierdurch sind in der Regel sowohl der Zucker- als auch der Stärkegehalt automatisch niedrig. Darüber hinaus ist es wichtig, dass den Leckerlis keine künstlichen Farb- oder Aromastoffe zugesetzt wurden, denn auch diese können die Gesundheit deines Pferdes beeinträchtigen, wenn sie regelmäßig gefüttert werden. Wie viele Pferdeleckerlis sind (noch) gesund? Hier gilt eine wichtige Richtlinie: Die Mischung und Menge macht’s! Pferdeleckerlis ersetzen niemals eine bedarfsgerechte Fütterung. Diese sollte in erster Linie aus hochwertigem Raufutter und Mineralfutter bestehen. Bei einem erhöhten Bedarf wird diese Fütterung noch mit einem zu deinem Pferd passenden Kraftfutter ergänzt. Sieh Pferdeleckerlis daher wirklich nur als Besonderheit an, die du deinem Pferd in geringen Mengen und nur zur Belohnung, bzw. als Trainingshilfe, fütterst. Wie viele Pferdeleckerlis du deinem Pferd pro Tag maximal füttern solltest, kannst du den Hersteller-Empfehlungen auf der Verpackung entnehmen. Je nach Größe und Art der Pferdeleckerlis kann es sein, dass du eine ganze Handvoll füttern oder aber nur 5 bis 10 Snacks anbieten solltest. Wo kann ich gesunde Pferdeleckerlis kaufen? Überall da, wo du Pferdefutter kaufen kannst, gibt es sicherlich auch Leckerlis für dein Pferd. Kennst du denn schon die gesunden Pferdeleckerlis „Healthy Treats“ von Pavo? Unsere Pavo Healthy Treats sind gesunde und sehr schmackhafte Leckerlis für dein Pferd, die aus 100% natürlichen Zutaten hergestellt werden. Sie sind getreidefrei und enthalten KEINE künstlichen Zusatzstoffe. Auch der Zucker- sowie Stärkegehalt ist besonders niedrig, so dass sie zudem für zuckerempfindliche Pferde geeignet sind. Pavo Healthy Treats werden in den 5 Geschmackrichtungen angeboten: Apfel, Karotte, Brennnessel, Leinsamen und Rote Beete. Die Healthy Treats sind handlich und die ideale Belohnung vor, während und nach dem Training. Pferdeleckerlis: Kaufen oder selber machen? Nicht nur bei den Geschmacksrichtungen hast du die Qual der Wahl, sondern du kannst dich auch zwischen gekauften Leckerlis oder selbstgemachten Snacks entscheiden. Gekaufte Leckerlis sind günstig in der Anschaffung, ideal verpackt und schnell zur Hand. Auch ist die Konsistenz dieser Pferdeleckerlis meistens ausreichend fest, so dass du diese einfach in deine Reittasche packen kannst, ohne dass sie zerbröseln. Auch ist die Auswahl im Handel riesig - es gibt Leckerlis in fast jeder Geschmacksrichtung. So findet eigentlich jeder Reiter für sein Pferd das Richtige. Verliere bei der großen Auswahl aber nicht den Überblick und nimm dir ausreichend Zeit, die Zutatenliste der Leckerlis zu prüfen: Nicht jedes Pferdeleckerli ist nämlich auch wirklich gesund. Es gibt einige Snacks, die viel Zucker und Getreide sowie Aromastoffe und Geschmacksverstärker enthalten. Kaufe für dein Pferd am besten nur natürliche Pferdeleckerlis, die deinem Pferd dafür umso mehr schmecken und auch gar nicht teurer sind als andere Leckerlis. Wenn du dir die Zeit nehmen möchtest und Freude am Backen hast, kannst du die Pferdeleckerlis auch selber machen. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis und kann dir viel Spaß bereiten. Selbstgemachte Pferdeleckerlis bieten dir natürlich den Vorteil, dass du dir die Zutaten alle selbst aussuchen kannst. Die selbstgemachten Snacks sind somit immer individuell. Verwende auch hier ausschließlich gesunde und natürliche Zutaten, die für Pferde geeignet sind. Probiere einfach das eine oder andere Rezept aus und finde heraus, welche deiner Backkünste deinem Pferd am besten schmecken. Beachte, dass selbstgemachte Pferdeleckerlis oft nicht so lange haltbar sind wie die gekauften Snacks. Daher ist es empfehlenswert, nur kleine Mengen Leckerlis zu backen und vor dem Füttern die Qualität noch einmal zu prüfen. Selbstgemachte Pferdeleckerlis sind sehr zeitaufwendig und können, je nach Auswahl der Zutaten, auch schnell teuer werden. Aber natürlich ist es ein tolles Erlebnis, wenn du dein Pferd hin und wieder einmal mit etwas Selbstgemachten verwöhnen kannst, oder? Ein Basisrezept für Pferdeleckerlis zum Selbermachen Wir stellen dir hier unser Lieblings-Rezept für leckere, gesunde Pferdeleckerlis zum Selbermachen vor. Je nach Bedarf kannst du das Rezept natürlich noch verfeinern und Zutaten wie Äpfel, Karotten, Müsli oder Haferflocken hinzufügen. Zutaten: 150 g Leinsamen 30 g Sesamsamen 100 g Sonnenblumenkerne ½ Teelöffel Salz ½ Teelöffel getrocknete Kräuter nach Wahl 200 ml Wasser Zubereitung: Gib die Leinsamen, Sesamsamen und Sonnenblumenkerne in eine Schüssel und vermenge diese mit dem Salz und den Kräutern. Füge das Wasser hinzu und rühre die Masse kräftig durch. Lasse die Masse für ca. 20 Minuten ruhen. Heize den Backofen auf 180°C vor. Verteile die Masse gleichmäßig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Tipp: Lege ein zusätzliches Blatt Backpapier auf die Masse und rolle diese mit einem Nudelholz gleichmäßig aus (etwa 0,5 cm dick). Entferne das extra Backpapier vor dem Backen. Backe die Masse für ca. 20 Minuten im Backofen. Hole das Backblech danach aus dem Ofen und schneide die fertige Masse in schöne Formen. Tipp: Nutze zum Schneiden einen Pizzaroller. Drehe die Leckerlis nun um und backe die Kekse noch einmal für ca. 10 Minuten, so dass auch die Unterseite kross wird. Lass die Leckerlis zum Schluss auf dem Backblech ausreichend abkühlen. Fertig sind die selbstgemachten Leckerlis für dein Pferd. Viel Spaß beim Belohnen!
Lies mehr 0m
Stärke im Pferdefutter
Stärke ist vor allem in Getreide und Getreidenebenprodukten wie z.B. Kleie enthalten. Als Pferde damals hauptsächlich zu Arbeits- und Militärzwecken eingesetzt wurden, benötigten sie, im Vergleich zu unseren Freizeitpferden heute, deutlich mehr und vor allem schnell verfügbare Energie. Getreide war nicht nur ein guter Energielieferant, es konnte auch von den Landwirten selbst produziert werden. Deshalb war die Getreidefütterung das Mittel der Wahl. Die Fütterung von Stärke in Form von Getreide und getreidehaltigen Mischfuttersorten ist bei den Sport- und Freizeitreitern auch heute noch weit verbreitet. Allerdings ist das Wissen rund um den empfindlichen Magen-Darm-Trakt des Pferdes deutlich größer. So ist inzwischen auch bekannt, dass Pferde die Stärke nur in begrenzten Mengen verdauen können. Zudem ist der Energiebedarf bei den meisten Pferden, vor allem im Freizeitbereich, deutlich geringer als früher. Daher werden getreidereduzierte oder getreidefreie Futtersorten mit wenig Stärke immer populärer. Aber die Stärke im Pferdefutter kann für einige Pferde durchaus ihre Berechtigung haben. Was ist überhaupt Stärke? Stärke gehört zur Gruppe der Kohlenhydrate und ist ein sogenanntes Polysaccharid, das aus einer bestimmten Verbindung von Glukosemolekülen besteht.  Auch bei der Stärke gibt es verschiedene Formen. Hierbei bestimmen dann die Menge und die Art der Glukoseverbindungen, wie verdaulich die Stärke für die Enzyme im Dünndarm des Pferdes ist. Bestimmte Glukoseverbindungen bilden eine lange Kette (auch als Amylose bekannt), die durch das Enzym Amylase sehr gut verarbeitet werden können und damit hoch verdaulich sind. Andere Glukoseverbindungen hingegen bilden eine stark verzweigte Kette (auch als Amylopektin bekannt), deren Verarbeitung deutlich schlechter funktioniert, wodurch diese Glukoseverbindungen nur schwer verdaulich sind. Stärke als Energiequelle: Pferde benötigen zur Aufrechterhaltung ihrer Stoffwechselprozesse, zum Erbringen von Leistungen und für ein gesundes Wachstum eine bedarfsgerechte Energiezufuhr. Neben den Rohfasern stehen Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate (z.B. Stärke) deinem Pferd nach der Verdauung als Energie zur Verfügung. Stärke im Pferdefutter ist außerdem eine Energiequelle, die deinem Pferd je nach Stärkeart als schnell oder langsam freiwerdende Energie zur Verfügung steht. Kurz zusammengefasst: Stärke ist immer eine Kombination aus Amylose- und Amylopektinketten. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Typen bestimmt dann die Verdaulichkeit: Hoch verdaulich, wenn in der Stärke überwiegend Amyloseketten vorhanden sind. Unverdaulich oder resistent, wenn der Großteil der Stärke aus Amylopektinketten besteht. Welche Getreidearten im Pferdefutter enthalten Stärke? Zu den typischen „Pferdegetreidesorten“ gehören vor allem Hafer, Gerste und Mais – wobei Hafer mit Abstand auf Platz 1 der meist gekauften Getreidearten in der Pferdefütterung steht. Zu Recht, denn Hafer ist im Vergleich zu den anderen beiden stärkehaltigen Getreidesorten leichter verdaulich. Hafer enthält einen höheren Anteil an Rohfasern und entsprechend geringeren Anteil an Energie. Diese Energie ist jedoch für Pferde schnell verfügbar, was zu einem kurzen, aber schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Daher kommt auch das Sprichwort „der Hafer sticht“, wenn Pferde von Hafer hitzig werden. Auch die Gerste wird in Europa häufig gefüttert. Sie ist energiereicher als Hafer, jedoch wird die Stärke langsamer abgebaut. Dies führt zu einem langsameren und gleichmäßigeren Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels. Die Energie steht dem Pferd somit über einen längeren Zeitraum zur Verfügung. Dies kommt vor allem temperamentvollen, nervösen Pferden oder auch Pferden im Ausdauersport zugute. Allerdings ist Gerste für Pferde schwerer verdaulich. Wegen der harten Körner und der schlechten Stärkeverdauung sollten bei Gerste nie die ganzen Körner gefüttert werden. Wird Gerste hydrothermisch durch die Behandlung mit Wasserdampf, Wärme und Druck oder mechanisch (z.B. durch Quetschen oder Schroten) aufgeschlossen, erhöht sich die Stärkeverdaulichkeit im Vergleich zur unbehandelten Gerste. Mais wird aufgrund seines hohen Energiegehaltes auch gern zum Auffüttern von schwerfuttrigen, mageren Pferden eingesetzt. Aber auch beim Mais ist die enthaltene Stärke für Pferde schwerer verdaulich. Daher sollte Mais ebenfalls ausschließlich mechanisch (gequetscht oder geschrotet) sowie hydrothermisch aufgeschlossen an Pferde verfüttert werden. Immer häufiger ist auch Reis in Form von Reiskleie im Futtertrog zu finden. Reiskleie ist sehr energiereich und enthält einen hohen Anteil an Fetten, Proteinen sowie leicht verdaulicher Stärke. Wie bei der Gerstenstärke wird auch die Reisstärke langsam abgebaut, was einen langsameren und gleichmäßigeren Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels zur Folge hat. Die Energie aus Reiskleie steht deinem Pferd daher über einen längeren Zeitraum zur Verfügung. Durch den hohen Energiegehalt, die leichte Verdaulichkeit sowie gute Nährstoffzusammensetzung ist die Reiskleie ideal zum Auffüttern von schwerfuttrigen, mageren Pferden geeignet und eine sehr gute Alternative zu anderen Getreidesorten. Vergleichstabelle zur Nährstoffzusammensetzung der Getreidearten Getreide Energie (ME) Rohfett Rohfaser Rohprotein Stärke Hafer 10,6 MJ/kg 5,0% 11,5% 10,3% 39,0% Gerste 11,5 MJ/kg 2,2% 5,0% 10,9% 60,4% Mais 12,8 MJ/kg 3,8% 2,3% 9,3% 67,6% Reiskleie 10,3 MJ/kg 14,0% 6,0% 14,0% 30,0%           Die Verdauung von Stärke im Pferdefutter  In erster Linie ist die Verdauung des Pferdes auf die Verwertung von Raufutter ausgelegt. Der Hauptteil der Verdauung findet hier im Dickdarm mithilfe von Darmbakterien statt. Daher werden Pferde auch als „Dickdarmverdauer“ bezeichnet. Eine erste Stärkeverdauung erfolgt bereits im oberen Bereich des Magens, in dem natürlicherweise eine Bakterienflora lebt. Diese Bakterien zersetzen einen Teil der Stärke aus dem Pferdefutter bereits in flüchtige Fettsäuren und Milchsäure (Laktat). Da die säureschützende Schleimschicht fehlt, kann dieser Magenbereich geschädigt werden, wenn zu viele dieser Säuren von den Bakterien produziert werden. Dies geschieht, wenn dein Pferd zu viel Stärke pro Mahlzeit aufnimmt. Um dieses Risiko zu minimieren gilt die Faustregel: nicht mehr als 1 g Stärke pro Kilogramm Körpergewicht und Mahlzeit. Damit Stärke vollständig verdaut werden kann, wird das Enzym Amylase benötigt. Anders als bei Menschen, bei denen die Verdauung von Stärke bereits im Mund beginnt (Amylase im Speichel), ist die Amylase bei Pferden nur im Dünndarm zu finden. Daher findet die eigentliche Stärkeverdauung auch im Dünndarm statt. Die Menge an Amylase ist individuell sehr unterschiedlich und kann daher nicht pauschalisiert werden. Es gibt auch Vermutungen, dass die Rasse etwas damit zu tun hat. Daher gibt es bei der Entscheidung, für welches Pferd eine Stärkefütterung geeignet ist, einiges zu beachten. Hierzu gehören unter anderem, aus welcher Quelle die Stärke stammt und in welcher Menge diese an dein Pferd gefüttert wird. Gut zu wissen: Im Vergleich zu Raufutter ist Stärke energiereich und raufaserarm. Stärke gehört daher zu den Nicht-Strukturkohlenhydraten. Die Verdauung der Stärke im Dünndarm Nach dem Anverdauen der Stärke im oberen Magenbereich durch Bakterien, beginnt die eigentliche Verdauung der Stärke im vorderen Teil des Dünndarms. Mithilfe des Amylase-Enzyms werden die Glukoseketten der Stärke in kürzere Mehrfachzucker gespalten. Diese werden dann schließlich durch Enzyme in der Dünndarmschleimhaut wieder in ihre Glukose-Einzelbausteine gespalten. Jetzt sind die Bausteine so klein, dass sie von der Dünndarmschleimhaut aufgenommen und ins Blut abgegeben werden können. Dies führt zu einem Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels: der erhöhte Blutzuckerspiegel veranlasst die Bauchspeicheldrüse zur Ausschüttung des Insulin-Botenstoffes. Insulin ist hierbei für die Glukose der Türöffner, so dass diese als Energie von den Zellen aufgenommen und genutzt werden kann. Gelangen die Glukosemoleküle in die Zellen, sinken der Blutzucker- und Insulinspiegel wieder auf das Niveau von vor der stärkehaltigen Fütterung. Stärke hat im Dickdarm des Pferdes nichts zu suchen Der Dickdarm des Pferdes ist eine große Gärkammer, in der vor allem die Verdauung von Rohfasern stattfindet. Mithilfe von unzähligen darmeigenen Bakterien werden im Dickdarm somit alle Nährstoffe fermentiert, die dein Pferd mit Enzymen nur unvollständig oder gar nicht verdauen kann. Liegt nun die Menge der Stärke über der Verdauungskapazität des Dünndarms, gelangt die Stärke unverdaut in den Dickdarm des Pferdes. Hier wird die Stärke dann von den Milchsäurebakterien im Dickdarm des Pferdes in großen Mengen und sehr schnell in flüchtige Fettsäuren und Laktat umgewandelt. Dies verursacht eine pH-Wertsenkung im Dickdarm, was die Darmschleimhaut, ähnlich wie beim Magen, schädigen und somit die Nährstoffaufnahme negativ beeinträchtigen kann. Die Dickdarmübersäuerung durch zu viel Stärke im Pferdefutter hat zudem eine Veränderung der Darmflora zur Folge, die ein Absterben der zellulosefermentierenden Bakterien verursacht. Durch das Bakterienabsterben kommt es zu einer erhöhten Toxin Bildung, was die Entstehung von Koliken, Durchfall und Hufrehe begünstigt. Daher ist auch immer Vorsicht geboten, wenn dein Pferd einmal ausbricht und sich großzügig am Getreide selbst bedient. Unser Tipp zum Thema Stärke im Pferdefutter: Achte am besten bei der Stärke im Futter darauf, ob das Getreide einer Wärmebehandlung unterzogen wurde. Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Wärmebehandlung von Getreide die Verdaulichkeit von Stärke deutlich erhöht. Der Grad der Verdaulichkeit hängt dann davon ab, welche Wärmebehandlung durchgeführt wurde.Unbehandelte Gerste hat zum Beispiel eine Dünndarmverdaulichkeit von ca. 50 %, bei gequetschter Gerste steigt der Wert auf 75 %. Wird die Gerste hydrothermisch behandelt, erreicht sie eine Verdaulichkeit von bis zu 90 %. Der Grund dafür ist, dass durch die Hitze die weniger gut verdaulichen Amylopektinketten in die gut verdaulichen Amyloseketten umgewandelt werden (also: von unverdaulich zu verdaulich). Zudem wird die Länge der Amylopektinketten verringert. Darüber hinaus kann die Hitze alle im Getreide vorhandenen Enzyme abbauen, welche die Haltbarkeit einschränken könnten. Eine Ausnahme ist Hafer: Die Stärke aus dem Hafer ist für Pferde gut verdaulich, d.h. sie kann von Pferden einfach aufgeschlossen werden, so dass eine thermische Bearbeitung nicht nötig ist. Pferde können die großen Körner gut kauen und die Stärkemoleküle im Dünndarm leicht spalten. Wenn dein Pferd Zahnprobleme hat, bietet sich die Fütterung von gequetschtem oder geschrotetem Hafer besser an. Wie geeignet ist Stärke im Futter von deinem Pferd?  Auch wenn die Stärke im Pferdefutter gut aufgeschlossen und leicht verdaulich ist, bleibt die Verdauungskapazität von Stärke bei deinem Pferd begrenzt. Um dein Pferd optimal gesund zu erhalten, sollte Raufutter die Basis in der Fütterung sein. Durch die Deckung des Strukturbedarfs deines Pferdes sorgst du für eine gute Kautätigkeit und Speichelproduktion sowie eine gesunde Magen-Darm-Verdauung. Möchtest du deinem Pferd neben Raufutter noch ein stärkehaltiges Futter als zusätzliche Energiequelle anbieten, gibt es einige Faktoren, die eine Rolle bei der Entscheidung spielen: Art der Stärke Stärkemenge pro Ration und Tag Allgemeine Darm- und Stoffwechselgesundheit deines Pferdes Pferde haben im Vergleich zu anderen Säugetieren eine sehr geringe Amylase Produktion, das zur Verdauung von Stärke im Dünndarm notwendig ist. Die natürliche Nahrung eines Pferdes enthält wenig Stärke, wodurch der Pferdekörper nicht darauf eingestellt ist, große Mengen an Stärke auf einmal zu verdauen. Deshalb lautet die allgemeine Empfehlung für ein gesundes Pferd: Füttere nicht mehr als 1 g Stärke pro kg Körpergewicht und pro Mahlzeit. Bei einem 600 kg schweren Warmblut wären das 600 g Stärke pro Mahlzeit. Verteile für eine gesunde Stärkefütterung die Kraftfuttermahlzeiten auf mehrere Rationen über den Tag (mind. 2 Rationen pro Tag). Bei der Fütterung von unverdaulicher Stärke gilt: so wenig füttern wie möglich. Diese Stärkeart kann von der Amylase nämlich nicht zersetzt werden und gelangt daher unverdaut in den Dickdarm. Hier wird sie dann von den Bakterien fermentiert, was die bekannten Risiken birgt (Dysbakteriose, Koliken, Durchfall, Hufrehe). Vorteile von Stärke im Pferdefutter Wenn du Stärke mit Bedacht fütterst, kann es durchaus eine wertvolle Energiequelle sein. Getreidestärke hat einen guten Energiegehalt und ist zudem sehr schmackhaft. Ein bedarfsgerechter Anteil an Stärke im Pferdefutter ist daher vor allem für Pferde geeignet, die einen erhöhten Energiebedarf haben und leistungsfähig bleiben oder an Gewicht zunehmen sollen. Tipp: Füttere deinem Pferd kein Kraftfutter unmittelbar vor der Bewegung. Ideal sind 2 Stunden vor der Leistung. Nachteile von Stärke im Pferdefutter Grundsätzlich ist die Verdauung des Pferdes auf die Verwertung von Raufutter ausgerichtet – nicht auf die Verdauung großer Getreidemengen. Daher sollten die Stärkemengen in der Ration für dein Pferd begrenzt sein und seinem individuellen Bedarf entsprechen. Hinzu kommt, dass Pferde ihr Kraftfutter mit wenig Struktur viel schneller fressen als eine vergleichbare Menge Heu. Hierdurch erfolgen weniger Kauschläge und eine geringere Speichelproduktion, was für eine gesunde Verdauung aber essentiell ist. Durch die fehlende Struktur verbleiben stärkehaltiges Futter und Kraftfutter auch länger im Magen als Raufutter und liegen deinem Pferd somit „schwerer im Magen“. Dies hat außerdem zur Folge, dass die Bakterienflora im Magen größere Mengen an flüchtigen Fettsäuren und Milchsäure bilden. Durch die fehlende säureschützende Schleimschicht kann es dann zu Schädigungen im Magenbereich und somit zu Magengeschwüren bei deinem Pferd kommen. Tipp: Füttere deinem Pferd erst Raufutter und dann Kraftfutter. Hierdurch bereitest du die Verdauung deines Pferdes besser auf die Stärkefütterung vor. Achte auch darauf, nicht zu viel Stärke pro Portion zu füttern und verteile die Rationen gleichmäßig über den Tag verteilt (max. 1 g Stärke pro kg Gewicht und Portion). Zu viel Stärke ist Tabu für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen Stärke und Zucker verursachen einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dieser Effekt ist für die meisten Sportpferde vorteilhaft, sollte aber bei Pferden mit Stoffwechselerkrankungen unbedingt vermieden werden. Hierzu gehören Pferde mit folgenden Erkrankungen: Diabetes PPID (auch Equines Cushing Syndrom genannt) Equine Metabolische Syndrom (EMS) Polysaccharid Speicher Myopathie (PSSM) Bei Pferden mit einer Insulinresistenz, z.B. bei PPID (Cushing), führt die vermehrte Insulinausschüttung infolge der Blutzuckerspitze zu einem erhöhten Risiko auf die Entstehung von Hufrehe. Hinzu kommt der hohe Energiegehalt im Getreide, der bei leichtfuttrigen Pferden schnell zu Übergewicht führt. Dies kann eine Verstärkung der Insulinresistenz begünstigen. Bei Pferden mit PSSM kann das Glykogen im Muskel eingelagert werden. Allerdings kann dieses Glykogen dann nicht mehr genutzt werden. Eine Anhäufung von Glykogen durch eine zucker- und stärkehaltige Fütterung führt zur Muskelschädigung, was für PSSM-Pferde äußerst schmerzhaft ist. Aus diesen Gründen ist eine getreidefreie Fütterung dringend anzuraten, wenn dein Pferd unter einer der genannten Stoffwechselerkrankung leidet. Reiskleie als gesunder Stärkelieferant im Pferdefutter Reiskleie gilt als gute, leicht verdauliche Energiequelle, die zudem einen hohen Fett- und Eiweißanteil besitzt. Gerade wegen dieser leichten Verdaulichkeit und dem hohen Energiegehalt ist die Reiskleie besonders gut für Pferde geeignet, die schnell Masse aufbauen sollen, z.B. zum Auffüttern von mageren Pferden oder zum Muskelaufbau bei Sportpferden. Reiskleie entsteht beim Schälen der Reiskörner. Die Reiskleie enthält neben den Schalen und Fruchtwänden auch noch die Aleuronschicht des Reiskorns, die für das Wachstum und die Keimung verantwortlich ist. Genau diese Aleuronschicht enthält daher besonders hochwertige Fette, Proteine sowie Vitamine und Mineralstoffe. Die Fette in der Reiskleie bestehen zum größten Teil aus ungesättigten Fettsäuren. Um diese vor zu schnellem Verderben zu schützen, erfolgt durch einen schonenden Erhitzungsprozess eine natürliche Stabilisierung, die zudem auch die wertvollen Nährstoffe konserviert. Dies führt zu einer relativ langen Haltbarkeit von Reiskleie bei einer trockenen, sonnengeschützten Lagerung bei Raumtemperatur. Vor allem der hohe Anteil an Fett, Proteinen und leicht verdaulicher Stärke sowie B-Vitaminen, Magnesium, Kalium und Zink macht die Reiskleie zu einem sehr effizienten Energielieferanten für Pferde. Was macht die Stärke in Reiskleie so besonders? Stärke ist eine Kette aus vielen miteinander verbundenen Glukosemolekülen. Die Glukoseverbindungen in Reiskleie unterscheiden sich allerdings deutlich von denen aus anderen Getreidesorten. Getreidestärke, wie z.B. in Hafer, wird normalerweise schnell verdaut, was zu einem sehr schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Dieser schnelle Anstieg setzt unmittelbar Energie frei, die deinem Pferd direkt zur Verfügung steht. Im Gegensatz dazu wird die Reisstärke langsam verdaut. Dies führt zu einer langsameren und gleichmäßigeren Freisetzung von Glukose, die deinem Pferd entsprechend als langsam freisetzende Energie zur Verfügung steht. Diese langsame Freisetzung von Glukose (Energie) sorgt für einen niedrigen glykämischen Index. Dieser Index gibt an, inwieweit die Kohlenhydrate in einem Pferdefutter den Glukosespiegel im Blut beeinflussen. Reisstärke, wie das Pavo RiceBran, ist daher eine gut verdauliche und wertvolle Energiequelle für dein Pferd. und macht sie auch für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie PPID (Cushing), EMS oder PSSM interessant.
Lies mehr 0m
Rassebezogene Pferdefütterung
Jedes Pferd hat seinen ganz individuellen Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Dieser Nährstoffbedarf ist unter anderem abhängig von Alter, Gewicht und Trainingsprogramm deines Pferdes. Aber auch genetische Veranlagungen, wie die Rasse, spielen eine entscheidende Rolle. Aufgrund der Vegetation im Herkunftsland einiger Pferde, benötigen manche Rassen eine extra Portion an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen für ihre Gesunderhaltung. Eine rassenspezifische Pferdefütterung kann dir helfen, dein Pferd artgerecht zu ernähren und optimal mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen zu versorgen. Die Bedürfnisse der unterschiedlichen Pferderassen Die größten Unterschiede in der Pferdefütterung treten zwischen Vollblütern, Warmblütern, Kaltblütern, Ponys und besonderen Pferderassen auf, wie z.B. Islandpferden oder spanischen Rassen. Vollblüter Als Vollblüter werden Pferde bezeichnet, die von arabischen Rassen abstammen. Sie gelten als sehr sensibel, temperamentvoll und sind besonders schnell, weshalb sie oft auch als Rennpferde eingesetzt werden. Die gängigsten Vollblutrassen sind das englische Vollblut, der Vollblutaraber und der Anglo-Araber.  Vollblüter sind meist eher schlank und nehmen generell schwerer an Gewicht zu als Kaltblüter oder Warmblüter. Daher ist es sehr empfehlenswert, diesen Rassen permanenten Zugang zu Raufutter mit einem hohen Energiewert zu ermöglichen. Ist der Energiebedarf deines Vollblüters erhöht, ist außerdem die Fütterung eines Kraftfutters erforderlich. Benötigt dein Vollblut keine zusätzliche Energie, ist es dennoch wichtig, es mit den lebenswichtigen Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen, die im Raufutter nicht ausreichend vorhanden sind. Ergänze die Futterration in diesem Fall mit einem Mineralfutter mit hoher biologischer Verfügbarkeit.  Kaltblüter Ein Kaltblutpferd zeichnet sich durch seinen schweren Körperbau und seine ruhige, gelassene Art aus. In der Vergangenheit wurden sie daher oft auch als Zugpferde eingesetzt. Bekannte Rassen sind das Shire Horse, der Schwarzwälder, der Ardenner oder auch das niederländische Kaltblut. In der Fütterung gelten Kaltblüter als leichtfuttrig. Das bedeutet, dass sie einer geringen Futtermenge bereits ausreichend Energie entnehmen können. Leichtfuttrige Pferderassen neigen oftmals auch zu Übergewicht. Die Fütterungsgrundlage für dein Kaltblut sollte, wie auch für Vollblutpferde, zu 90-100% aus Raufutter bestehen. Bevorzuge für dein Kaltblut jedoch eine Raufuttersorte mit niedrigem Energiewert. So kannst du sicherstellen, dass dein leichtfuttriges Kaltblut durch sein Raufutter in keinen Energieüberschuss gerät. Interessant zu wissen: Einige Raufuttersorten verfügen mit einem Zuckergehalt von 10% sogar über einen höheren Zuckeranteil als viele Kraftfuttersorten. Um herauszufinden, wie hoch der genaue Energiewert deines Raufutters ist, kannst du ganz einfach einen Pavo Raufutterschnelltest durchführen lassen. Ist der Energiebedarf deines Kaltblutpferdes erhöht, eignen sich Kraftfuttersorten mit wenig Zucker und Stärke. Benötigt dein Pferd keine zusätzliche Energie, genügt ein Mineralfutter als Ergänzung zum Raufutter, um es optimal mit allen Nährstoffen zu versorgen. Warmblüter Warmblüter sind Mischwesen aus Voll- und Kaltblütern. Sie stammen ursprünglich vom Kaltblut ab, sind aber deutlich leichter und wendiger. Warmblüter sind leistungsbereite Pferde, die in jedem Bereich des Pferdesports eingesetzt werden können. Gängige Warmblutrassen sind Oldenburger, Hannoveraner, Rheinländer, Holsteiner oder Trakehner. Auch in der Fütterung von Warmblutpferden bildet Raufutter mit einem Anteil von 90-100% die Grundlage. Je nach Energiebedarf kann die Raufutterration mit einem geeigneten Kraftfutter ergänzt werden. Sportpferde benötigen eher ein energiereiches Futter, um ausreichend Kraft für ihre sportlichen Leistungen zu schöpfen.  Freizeitpferden genügt meist ausreichend Raufutter in Kombination mit einem guten Mineralfutter, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Grundsätzlich gilt: Fütterst du kein oder wenig Kraftfutter, ergänze die Raufutterration mit einem Mineralfutter, damit dein Pferd alle lebensnotwendigen Vitamine und Mineralien erhält. Ponys und Kleinpferde Ponys und Kleinpferde unterscheiden sich natürlich hauptsächlich durch ihre Größe von Voll-, Kalt- und Warmblütern. Gängige Rassen sind Shetlandponys, Connemaras, Tinker oder auch Welsh Ponys. Die Fütterung von Ponys und Kleinpferden gestaltet sich oftmals als schwierig, da sie über einen hohen Nährstoff-, aber gleichzeitig niedrigen Energiebedarf verfügen. Das bedeutet, sie werden von großen Futtermengen schnell zu dick, benötigen jedoch ausreichend Vitamine und Mineralstoffe für ihre Gesunderhaltung. Die Lösung, um dein Pony mit allen essentiellen Nährstoffen zu versorgen, ohne dass es Speck ansetzt: Ein hochkonzentriertes Mineralfutter. Neben einem guten Mineralfutter benötigen Ponys außerdem ausreichend Raufutter in ihrer Futterration. Wie auch für Kaltblüter ist es für die leichtfuttrigen Ponys und Kleinpferde vorteilhaft, wenn ihr Raufutter nur wenig Energie enthält. Andernfalls könnte es schnell zu einem Energieüberschuss kommen, welcher dann zu Übergewicht führt. Übergewicht ist generell für jedes Pferd zu vermeiden, da die extra Kilos das Risiko auf Krankheiten wie Diabetes, Cushing und Hufrehe erhöhen. Benötigt dein Pony doch etwas mehr Energie, eignen sich zucker- und stärkearme Kraftfuttersorten, die speziell auf seinen Bedarf abgestimmt sind.   Besondere Pferderassen mit ganz bestimmtem Nährstoffbedarf Einige Pferderassen haben einen besonderen Bedarf an extra Vitaminen und Mineralstoffen. Zu diesen Pferderassen zählen das Islandpferd und die spanischen Rassen. Islandpferde Islandpferde stammen ursprünglich vom Inselstaat Island. Sie gelten als sehr robuste und widerstandsfähige Pferderasse. Besonders ihre dicke Mähne und ihr dickes Fell, welche dem kalten isländischen Klima zu verdanken sind, gelten als bekanntes Erkennungsmerkmal. Islandpferde können generell eher als leichtfuttrig bezeichnet werden. Allerdings verfügen sie über einen erhöhten Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen. Das lange Fell und die lange Mähne benötigen eine extra Portion an Nährstoffen, wie z.B. Biotin, damit die Haarpracht auch glänzen kann. Angesichts des rauen Wetters auf Island benötigen die kleinen Pferde zudem gute Abwehrkräfte. Daher ist besonders der Bedarf an immunstärkenden Nährstoffen wie Zink, Kupfer und Selen erhöht. Auch das Futterangebot der Insel Island hat einen Einfluss auf den Futterbedarf der Islandpferde. Isländische Weiden gelten als sehr karg, weshalb Islandpferde in der Vergangenheit gelernt haben, geringen Futtermengen möglichst viel Energie zu entnehmen. In Island fressen die Ponys zudem gerne Moos, Flechten und Kräuter, welche wenig Energie, jedoch viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Um den Bedarf deines Islandpferdes auch hierzulande optimal zu decken, empfiehlt sich eine Fütterung aus ausreichend energie-, und eiweißarmen Heu, ergänzt mit einem guten Mineralfutter. Besonders die Fütterung von großen Mengen energiereichem Getreide, wie z.B. Hafer, sollte für Islandpferde eher vermieden werden. Da Islandpferde in der Lage sind, bereits geringen Futtermengen viele Nährstoffe zu entnehmen, könnte viel energie- und stärkereiches Getreide den empfindlichen Verdauungstrakt belasten. Dies kann dann zu Krankheiten, wie Hufrehe führen. Auch unsere reichhaltigen Weiden enthalten oftmals zu viel Energie für die robusten Isländer. Achte daher darauf, dein Islandpferd nicht mehrere Stunden auf einer reichhaltigen Weide grasen zu lassen und beachte auch stets den aktuellen Fruktangehalt des Weidegrases. Spanische Rassen Zu den spanischen Rassen zählen beispielsweise das PRE, der Andalusier oder Lusitanos. Ihr ausgeprägter Hals ist vermutlich das bekannteste Erkennungsmerkmal der spanischen Pferde. Sie wirken besonders stolz, eindrucksvoll und werden oft als Showpferde eingesetzt.    In der Fütterung benötigen spanische Rassen meistens nur wenig zusätzliche Energie. In der Vegetation ihres Herkunftslandes enthält das Heu normalerweise sehr wenig Nährstoffe. Daher haben auch sie gelernt, gut mit wenig Energie auszukommen. Jedoch verfügen Spanier naturgemäß über einen größeren Muskelanteil, weswegen ihr Proteinbedarf höher ist als bei anderen Pferderassen. Um diesen erhöhten Bedarf zu decken, eignet sich ein energiearmes aber eiweißreiches Raufutter als Fütterungsgrundlage. Enthält dein Raufutter nur wenig Eiweiß ist es ratsam, ein proteinreiches Ergänzungsfutter zuzufüttern. Auch eiweißreiche Rübenschnitzel eignen sich anfüllend zur Raufutterration. Ergänze die Futterration deines Spaniers außerdem mit einem Mineralfutter, um seinen Vitamin- und Mineralstoffbedarf zu decken. Ist der Energiebedarf deines Spaniers erhöht, weil er z.B. im Sport eingesetzt wird, ist zudem die Fütterung eines Sportkraftfutters sinnvoll. Fütterst du mehr als 1,5 kg einer Pavo Kraftfuttersorte pro Tag, muss kein Mineralfutter ergänzt werden. Dein Pferd erhält in diesem Fall alle essentiellen Vitamine und Mineralien über sein Kraftfutter. Eine zusätzliche Proteinunterstützung ist allerdings auch in diesem Fall erforderlich, um die Muskulatur deines Spaniers optimal zu versorgen. Du hast weitere Fragen zur rassebezogenen Pferdefütterung? Die Pavo Fütterungsberatung hilft dir gern weiter.
Lies mehr 0m
Futterumstellung beim Pferd
Für eine Futterumstellung beim Pferd gibt es viele gute Gründe: Vielleicht hast du eine Futtersorte entdeckt, die besser zu den Bedürfnissen deines Pferdes passt, die Weidesaison startet bzw. endet, dein Pferd hat nicht das ideale Gewicht oder dein Pferd ist nicht optimal leistungsfähig. Ganz gleich aus welchem Grund du das Futter deines Pferdes umstellen möchtest, eine langsame und behutsame Vorgehensweise ist dabei unerlässlich. Der Grund hierfür liegt im Verdauungstrakt des Pferdes. Pferde haben von Natur aus einen sehr sensiblen Magen-Darm-Trakt und können bereits auf kleinste Futterumstellungen mit Unverträglichkeiten, Koliken, Kotwasser oder Durchfall reagieren. Gehe daher immer mit Bedacht vor, wenn du die Ration deines Pferdes anpassen möchtest. Was ist eine Futterumstellung? Eine Futterumstellung bei deinem Pferd umfasst verschiedene Szenarien. Die Ration deines Pferdes kann beispielsweise durch ein anderes Futtermittel ersetzt oder auch ergänzt werden.   Futtermittel werden ausgetauscht Werden Futtermittel ausgetauscht, wird also entweder die Sorte des Kraftfutters gewechselt oder von Heu auf Heulage bzw. umgekehrt umgestellt. In all diesen Fällen handelt es sich um Futterumstellungen, die Schritt für Schritt erfolgen sollten.   Die Futterration deines Pferdes wird ergänzt In manchen Situationen kommt es vor, dass die Futterration deines Pferdes um bestimmte Futterzusätze ergänzt werden muss, z.B. mit Vitaminen und Mineralstoffen, zur Unterstützung des Bewegungsapparates oder zum Muskelaufbau. Da Ergänzungsfuttermittel im Vergleich zum Kraftfutter nur in geringen Mengen beigefüttert werden, benötigen diese keine langen Einschleichungen. Fehlt es deinem Pferd an Kraft und Ausdauer kann eine Ergänzung der Ration sinnvoll sein, z.B. mit Ölen oder Getreide. Oftmals ist es bei älteren Pferden, jungen Pferden oder Zuchtstuten nötig, Proteine zu ergänzen, z.B. mit Sojaextraktionsschrot. Oder dein Pferd ist in bestimmten Jahreszeiten anfälliger für Koliken und du möchtest es mit Mash unterstützen. In all diesen Fällen kann eine Ergänzung der regulären Ration ratsam sein. Hier ist es wichtig, dein Pferd schrittweise an die neuen Futtermittel heranzuführen. Jahresbedingte Futterveränderungen Zur Weidezeit bekommt dein Pferd frisches Gras. Halte hierbei gut im Blick, ob dein Pferd die Energie aus dem Gras zusätzlich zur normalen Futterration benötigt oder ob du rechtzeitig die Fütterung anpassen solltest, um einen Energieüberschuss zu vermeiden. Wann ist eine Futterumstellung nötig? Jedes Pferd durchläuft mindestens 2-mal pro Jahr eine Futterumstellung: Zu Beginn und zum Ende der Weidesaison. Beginnt die Weidesaison, erhält dein Pferd durch das frische Gras auf einmal mehr Energie, Eiweiß und Fruktan. Um den empfindlichen Verdauungstrakt nicht zu überlasten, ist ein langsames Anweiden entscheidend. Das liegt daran, dass dein Pferd zum Verdauen von frischem Weidegras andere Darmbakterien benötigt als zum Verdauen von Raufutter, welches den Winter über ausschließlich gefüttert wurde. Der Pferdedarm stellt die Bakterienkultur automatisch um, jedoch benötigt der Organismus dafür ausreichend Zeit. Da der Rohfasergehalt bei frischem, wachsendem Gras sehr niedrig ist (ca. 3-4% der Frischmasse in Vergleich zu 25-30% bei Heu) sollte vor allem am Anfang der Weidesaison noch genügend Heu zugefüttert werden, um den Rohfaserbedarf von 1-1,5% des Körpergewichts zu decken. Positiver Nebeneffekt: Frisst dein Pferd Heu vor dem Weidegang und kommt „satt“ auf die Wiese, ist die Futterumstellung weniger problematisch, da die Pferde auf der Weide langsamer fressen. Kommt dein Pferd dann ganztägig auf die Weide, ist es in der Lage, 10% Gras je 100 kg Lebendgewicht aufzunehmen. Das entspricht 45 bis 60 kg Gras und einer Rohfaserzufuhr von 2,4 bis 3,6 kg. Auch im Sommer musst du gegebenenfalls Raufutter ergänzen: Je nach Aufwuchs auf den Weiden kann es z.B. in heißen, trockenen Sommern nötig sein, die Raufuttermenge deines Pferdes deutlich zu erhöhen. Im Herbst sind die Weiden generell kahler und das übrige Gras auf der Weide beinhaltet weniger Nährstoffe. Hinzu kommt, dass das Gras in dieser Vegetationsphase des Jahres kaum mehr wächst. Hier verhält es sich wie im Frühjahr: Kurzes Gras enthält weniger Rohfaser, so dass der Rohfaserbedarf oft nicht mit dem Gras auf der Weide gedeckt werden kann. Füttere deshalb unbedingt in der Übergangsphase genügend Heu zu. Dadurch hilfst du deinem Pferd bei der Umstellung. Auch Raufutterergänzungen eignen sich gut zur Umstellung von Weide- auf Stallsaison. Neben einer guten Qualität des Heus (kein Schimmel, nicht staubig) sollte dieses wenig Zucker und - je nach Bedarf deines Pferdes - ausreichend Energie sowie Eiweiß enthalten. Auch Öle, wie z.B. Leinöl oder Ahifloweröl, können dein Pferd im Übergang von Weide- zur Stallsaison und vor allem im Fellwechsel unterstützen. In welcher Situation ist eine Futterumstellung außerdem sinnvoll? Dein Pferd ist zu dünn Ist dein Pferd zu dünn, erhält es in der Regel durch seine Futterration zu wenig Eiweiß und Energie. Viele Pferdebesitzer reagieren bei zu dünnen Pferden in erste Linie mit einer deutlichen Steigerung der Kraftfuttermenge. Dies kann zielführend sein, wenn das Pferd bisher weniger als die empfohlene Menge bekam. Eine Erhöhung der Kraftfutterration über diese Menge hinaus ist jedoch nicht zielführend. Mischfuttermittel sind auf bestimmte Bedürfnisse ausgelegt. Deshalb kann es sein, dass dein Pferd z.B. durch eine vermehrte Stärke- und Zuckeraufnahme eher belastet wird und eventuell die benötigten Nährstoffe gar nicht mehr verdauen kann. Auch möglich ist, dass die Nährstoffe nicht in ausreichender Menge und Qualität im Kraftfutter enthalten sind. Dies ist der Fall, wenn sich der Bedarf deines Pferdes im Laufe seines Lebens verändert, z.B. durch Anpassung der Trainingsintensität bei Sportpferden, bei Krankheiten oder wenn sich dein Pferd in einer neuen Lebensphase befindet. Deshalb ist es wichtig zu überprüfen, ob das bisherige Kraftfutter noch zu den Bedürfnissen deines Pferdes passt. Beispielsweise verändert sich der Nährstoffbedarf bei alten Pferden: oftmals haben sie einen geringeren Energiebedarf, jedoch steigt mit dem Alter ihr Eiweißbedarf. Hier hilft dir die Futtermittelberatung gerne weiter. In jedem Fall ist eine Ergänzung der Futterration durch hochwertige Rohfaser immer ratsam, wenn dein Pferd zu dünn ist. Erhält dein Pferd bereits Raufutter ad libitum, kann es sein, dass dein Pferd Zahnprobleme hat und deshalb das Raufutter nicht mehr richtig kauen kann oder dass das Heu nicht genügend Protein enthält. Dann kann eine zusätzliche Eiweißquelle zur Gewichtszunahme nötig sein.  Hierfür eignen sich eiweißreiche Rübenschnitzel mit niedrigem Zuckergehalt oder auch Ergänzungsfuttermittel mit essentiellen Aminosäuren. Dein Pferd ist zu dick Ist dein Pferd zu dick, erhält es durch seine Futterration zu viel Energie. Um dein Pferd auf gesunde Weise abnehmen zu lassen, ist es sinnvoll die aktuelle Fütterung genau zu hinterfragen: Erhält dein Pferd vielleicht ein Kraftfutter, obwohl es dieses gar nicht benötigt? Bekommt dein Pferd immer noch Sportfutter obwohl es nun in Rente ist? Gut zu wissen: Viele Freizeitpferde sind bereits mit ausreichend Raufutter und einem guten Mineralfutter optimal versorgt und benötigen zur Deckung ihres Energiebedarfs kein zusätzliches Kraftfutter. Zudem besteht auch die Möglichkeit, dass dein Raufutter sehr nährstoffreich ist. Einige Raufuttersorten verfügen zum Beispiel über einen deutlich höheren Zuckergehalt als viele Kraftfuttersorten. Um herauszufinden, wie viel Energie, Zucker und Eiweiß deine Raufuttersorte enthält, kannst du ganz einfach einen Raufutter-Schnelltest durchführen lassen. Um deinem Pferd durch sein Raufutter nicht zu viel Energie zuzuführen, solltest du 1-1,5% des Körpergewichts an Heu abwiegen und in kleinen Portionen über den Tag verteilt füttern. So vermeidest du lange Fresspausen und unterstützt eine gesunde Magen-Darm-Aktivität. Sollte dein Pferd zusätzlich ein Kraftfutter benötigen, zur Beschäftigung oder bei Futterneid, wenn die anderen Pferde gefüttert werden, dann bevorzuge hier sehr strukturreiche, energie-, zucker- und stärkearme Sorten, welche die Fresszeiten verlängern und die Kautätigkeit anregen. Empfehlenswert sind die Pavo Strukturmüslis mit Kräutern oder ohne Kräuter. Dein Pferd reagiert empfindlich Aufgrund bestimmter Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. PPID (auch Cushing genannt), PSSM oder EMS, müssen einige Pferde sehr zucker- und stärkearm ernährt werden. Gerade bei Diagnostizierung dieser Krankheiten ist es sehr wichtig, die Fütterung entsprechend anzupassen, um den Gesundheitszustand deines Pferdes bestmöglich zu unterstützen. Dein Pferd ist nicht optimal leistungsfähig Auch die Leistungsfähigkeit deines Pferdes kann ein Grund für eine Futterumstellung sein. Eventuell erhält dein Pferd durch seine aktuelle Ration nicht genügend Energie oder es bedarf einer Energiequelle, die besser auf die Bedürfnisse deines Pferdes abgestimmt ist. Beispielsweise liefert Hafer eher schnell verfügbare Energie, während Öle sich besser für ausdauernde Aufgaben eignen. Je nach Leistung und Disziplin kann also ein Futter mit dem einen oder dem anderen Schwerpunkt oder auch eine Kombination aus beidem sinnvoll sein. Für dein Pferd steht ein Stallwechsel an Wenn du mit deinem Pferd in einen neuen Stall ziehst, werdet ihr um eine Futterumstellung nicht herumkommen. Pferde sind aber absolute Gewohnheitstiere – das gilt auch für ihre Verdauung. Daher ist es außerordentlich wichtig, dass du dein Pferd langsam an das neue Kraftfutter und Raufutter gewöhnst, so dass sich auch sein empfindlicher Verdauungstrakt leichter darauf einstellen kann. Erkundige dich am besten rechtzeitig vor dem Umzugstermin zu den Fütterungsgewohnheiten am neuen Stall: Wird Heu oder Heulage gefüttert? Wenn dein Pferd Heu gewohnt ist und dieses auch im neuen Stall gefüttert wird, kommt es in der Regel weniger zu Problemen. Heu sollte grundsätzlich immer von guter Qualität sein und einen eher niedrigen Zuckergehalt haben. Falls du wissen möchtest, wie reichhaltig das neue Heu ist, kann dir ein Raufutterschnelltest Aufschluss geben. Etwas schwieriger ist die Umstellung von Heu auf Heulage – die Darmflora des Pferdeverdauungstraktes muss sich erst an die neue Zusammensetzung gewöhnen. Tipp für eine unkomplizierte Umstellung auf Heulage: Damit es nicht zu Problemen wie angelaufene Beine oder Aufgasungen kommt, sollte hier die Umstellung besonders langsam vorgenommen werden. Mische zu Beginn am besten noch einen hohen Anteil normales Heu unter die Heulage und erhöhe ganz langsam den Heulageanteil. Falls das neue Raufutter zu eiweißreich ist und dein Pferd Stroh gut verträgt, kannst du auch etwas Stroh unter die Heulage mischen. Gründe für die langsame Umstellung von Heu auf Heulage sind vor allem die Milchsäurebakterien, die vermehrt in Heulage enthalten sind. Der Verdauungstrakt deines Pferdes benötigt einige Zeit, sich vollständig an diese zu gewöhnen. Findet die Umstellung zu schnell statt, kann die Darmflora deines Pferdes das Futter nicht richtig verstoffwechseln, die Darmflora wird gestört und es kann zur Fehlgärungen kommen. Eine Fütterung mit Heulage eignet sich z.B. für Pferde mit Atemwegsproblemen, da diese weniger inhalierbare Staubpartikel enthält oder aber für Pferde, die mehr Protein und Energie benötigen. In Heulage ist in der Regel mehr davon enthalten, da sie früher geschnitten wird als Heu. Silage ist für Pferde nicht geeignet.   Welches Kraftfutter wird gefüttert? Wird am neuen Stall ein anderes Kraftfutter gefüttert als dein Pferd gewohnt ist, ist eine langsame Futterumstellung wichtig. Pferde haben ein empfindliches Verdauungssystem, das sich erst langsam an Neuheiten gewöhnen muss. Tipp für eine unkomplizierte Kraftfutter Umstellung: Frage am besten bei den neuen Stallbesitzern nach, ob du etwas Kraftfutter mitnehmen darfst und mische es einige Tage vor dem Umzug unter das gewohnte Futter deines Pferdes. Erhöhe langsam den Anteil des neuen Futters bis dein Pferd nur noch dieses bekommt. Die Veränderung der Fütterungszeiten ist in der Regel für Pferde kein Problem, so lange sich die Anzahl an Rationen nicht deutlich verändert. Schon gewusst? Vorbeugend kannst Du dein Pferd bei einer Futterumstellung und einem Stallwechsel auch mit Mash und speziellen Ergänzungsfuttermitteln, wie Pavo GutHealth unterstützen. Pavo GutHealth unterstützt durch seine Inhaltsstoffe die Darmflora und die Umstellung auf das neue Futter. Durch Leinsamen und Kleie im Mash wird die Darmfunktion stabilisiert. Bei der Fütterung von Mash erhält dein Pferd zusätzliche Flüssigkeit, denn einige Pferde vergessen im Umzugsstress auch gerne mal das Trinken.   Was kannst du tun, wenn dein Pferd das neue Futter nicht mag? Verweigert dein Pferd sein neues Kraftfutter, heißt das nicht unbedingt, dass es dies niemals fressen wird. Führe dein Pferd langsam an sein neues Geschmackserlebnis heran. Auch Pferde lieben die süßen „Geschmacksverstärker“ wie Zucker und Melasse, die in vielen Kraftfuttersorten enthalten sind. Wird das Futter dann von einem süßschmeckenden Futter auf ein naturbelassenes Futter mit weniger Zucker und Stärke umgestellt, kann es gut sein, dass dein Pferd das neue Futter erstmal verweigert. Ein Beispiel ist die Umstellung von dem Pavo SlobberMash auf das Pavo GrainFreeMash. SlobberMash ist zucker- und stärkehaltiger und schmeckt daher süßer als das getreide- und melassefreie GrainFreeMash. Daher müssen sich viele Pferde erst an den weniger süßen Geschmack vom Pavo GrainFreeMash gewöhnen. Unser Tipp: Verringere allmählich die Menge an SlobberMash und erhöhe die Menge an GrainFreeMash, bis du vollständig auf das zucker- und stärkereduzierte Mash umgestellt hast. Wenn dein Pferd das neue Heu eher mit spitzen Zähnen frisst, kann das mehrere Ursachen haben: Vielleicht ist es etwas feiner oder gröber als das bisherige oder die Gräserzusammensetzung ist anders. Gib deinem Pferd auch hier Zeit, sich an das neue Heu zu gewöhnen. Falls du das Gefühl hast, dass dein Pferd nicht genügend Raufutter frisst, kannst du in der Übergangszeit auch auf Heuersatzprodukte wie Heucobs zurückgreifen. Dass Pferde ihr Heu komplett verweigern, ist sehr selten und hat dann meist mit Stress, Schmerzen oder hygienischen Problemen beim Heu zu tun. Nervöse Pferde unterstützen: Dein Pferd hat ein schwaches Nervenkostüm? Dann gönne ihm doch etwas mehr innere Ruhe mit unserem Pavo NervControl, so dass dein Pferd gelassener mit dem Umzug in einen neuen Stall und neuen Situationen umgehen kann. Dieses Zusatzfutter enthält organisch gebundenes Magnesium, L-Tryptophan sowie Threonin und hilft, Spannungen im Pferdekörper schneller abzubauen. Das Immunsystem deines Pferdes stärken: Nicht nur ungewohnte Umgebungen, Abläufe und Situationen warten im neuen Stall auf dein Pferd, sondern auch neue mikrobielle Belastungen. Dies alles fordert das Immunsystem deines Pferdes heraus, so dass es eine extra Portion Immunstärkung sicherlich gut gebrauchen kann. Wie lange dauert eine Futterumstellung? Die Länge einer Futterumstellung kann variieren und hängt von der Art der Futterumstellung und dem individuellen Zustand deines Pferdes ab. Grundsätzlich ist es sinnvoll, für eine Futterumstellung einige Wochen Zeit einzuplanen. Folgende Richtwerte können dir dabei helfen: Anweiden Lass dein Pferd am ersten Tag des Anweidens max. 10-15 Minuten frisches Gras fressen und steigere diese Zeit dann jeden zweiten Tag um weitere 5 Minuten. So kann sich die Darmflora langsam umstellen und die „richtigen“ Darmbakterien aufbauen. Sobald dein Pferd 30 Minuten grast, können die Fresszeiten um 15 bis 30 Minuten alle 2-3 Tage gesteigert werden, bis die gewünschte Weidezeit erreicht ist. Gut zu wissen: Schon das kurze Anweiden sollte auf geeigneten Grünflächen erfolgen. Aus hygienischen Gründen ist das Grasen auf Randstreifen von z.B. Straßen nicht empfehlenswert. Auch zu kurzes Gras ist besonders für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen nicht geeignet. Kraftfutterwechsel Beginne am besten mit ¼ der Menge des neuen Futters und ¾ der Menge des alten Futters. Nach und nach reduzierst du dann die Menge des alten Kraftfutters und erhöhst die Menge des neuen. Für diesen Vorgang kannst du ca. 2 Wochen Zeit einplanen. Wechsel der Raufuttersorte Wechselst du von Heu auf Heulage oder anders herum, ist es wichtig, die Umstellung sehr langsam und in kleinen Schritten durchzuführen. Nimm dir dafür 2 Wochen Zeit und mische nach und nach die Heulage mit dem Heu. Öl zufüttern Benötigt dein Pferd zusätzliche Energie oder extra Unterstützung z.B. im Fellwechsel oder bei der Regeneration, eignet sich die Zufütterung spezieller Öle. Beginne mit der Fütterung einer kleineren Menge Öl pro Tag (ca. 20 ml) und erhöhe diese täglich um 20 ml bis die vom Hersteller empfohlene Dosis erreicht ist. Bei Ölen, die den Fellwechsel, die Atemwege oder die Regeneration unterstützen, reichen meist schon 40-60 ml pro Tag für ein Großpferd aus. Soll dein Pferd Öl als Energielieferant erhalten, benötigst du mindestens 100 ml pro Tag für ein Großpferd. Beachte dabei jedoch, dass die Verdauungskapazität von Ölen bei Pferden begrenzt ist. Füttere daher nie mehr als 200-250 ml Öl pro Tag. Andernfalls kann der Verdauungstrakt deines Pferdes überlastet werden und die Darmsonden verkleben. Hafer zufüttern Fehlt es deinem Pferd an schnell verfügbarer Energie, kann die Futterration um energiereichen Hafer ergänzt werden. Starte auch hier mit geringen Mengen (ca. 100 g pro Tag) und steigere die Hafermenge täglich um kleine Portionen bis zur empfohlenen Menge. Hafer kann in Kombination mit Kraftfutter eine gute Ergänzung sein, um die „Power“ deines Pferdes zu regulieren. Halte die Kraftfuttermenge konstant und ergänze bei Bedarf den Hafer. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten: Zu viel stärkehaltiges Getreide kann den Verdauungstrakt deines Pferdes negativ beeinflussen. Reitest du ein Sportpferd mit sehr hohem Energiebedarf, eignet sich eine Kombination aus Stärke und Ölen als optimal verfügbare Energiequelle. Für empfindliche Pferde und Pferde mit niedrigem Energiebedarf ist eher eine getreidereduzierte bis getreidefreie Fütterung geeignet. Wie kannst du dein Pferd bei einer Futterumstellung unterstützen? Bestimmte Futtermittel können deinem Pferd bei einer Futterumstellung helfen. Beispielsweise kannst du deinem Pferd prä- und probiotische Futterergänzungen füttern, welche dazu beitragen, die Darmbakterien wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Außerdem geeignet sind zuckerreduzierte Rübenschnitzel mit präbiotischem Effekt zur Unterstützung einer gesunden Darmfunktion. Hier kannst du mit einer kleinen Menge Rübenschnitzel (z.B. 100 g Trockenprodukt pro Tag) beginnen und die Ration nach und nach erhöhen bis die gewünschte Fütterungsmenge erreicht ist. Für Pferde, die eher zu Untergewicht tendieren, eignet sich ein eiweißreicher Rohfasermix aus Rübenschnitzeln und Luzerne oder Reiskleie und Luzerne. Auch diese haben durch ihren Rohfasergehalt eine präbiotische Wirkung. Du kannst die eingeweichten Rübenschnitzel auch unter die übrige Futterration mischen, um dein Pferd schrittweise an die Fütterung von Rübenschnitzeln heranzuführen.   
Lies mehr 0m
Der Nährstoffbedarf von Pferden
Im Laufe seines Lebens durchläuft dein Pferd eine Vielzahl an unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Die erste Entwicklungsphase startet bereits als ungeborenes Fohlen im Bauch der tragenden Stute.  Weiter geht es vom frischgeborenen Fohlen, über den Absetzer, zum Jungpferd, zum ausgewachsenen Pferd, bis schließlich hin zum Senior. Mit dem Übergang in die nächste Entwicklungsphase verändert sich gleichzeitig auch der Nährstoffbedarf deines Pferdes. Um dein Pferd in jeder Lebensphase gesund und fit zu halten, ist es dann nötig, die Fütterung auf seine aktuellen Bedürfnisse anzupassen. Zum Bedarf eines Pferdes an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in den verschiedenen Lebensphasen hat die GfE (Gesellschaft für Ernährungsphysiologie) Nährwert- und Bedarfstabellen veröffentlicht. Bei der Bewertung werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, wie zum Beispiel: Die Bewertung der Zusammensetzung und Qualität von Raufutter und Kraftfutter Die Bewertung des Energiebedarfs: Erhaltungsbedarf und Leistungsbedarf an Energie Die Empfehlung zur Nährstoffversorgung von Pferden in den verschiedenen Lebens- und Leistungsphasen Wichtig: Bei Veröffentlichungen, Berechnungen und Empfehlungen zum Nährstoffbedarf von Pferden wird sich in der Regel immer auf gesunde Durchschnittspferde bezogen. Sie gelten also als Richtwert und sind nicht allgemein für jedes Pferd gültig. Die Fütterung sollte daher immer individuell und bedarfsgerecht auf die konkreten Bedürfnisse deines Pferdes abgestimmt werden. Hierdurch kannst du sowohl eine Über- als auch eine Unterversorgung an Nährstoffen vermeiden. Aber was und wie viel sollte dein Pferd eigentlich fressen, um seinen Bedarf an Nährstoffen optimal zu decken? Ungeachtet der jeweiligen Entwicklungsphase bildet hochwertiges Raufutter immer die Grundlage jeder gesunden Pferdefütterung. Stelle also sicher, dass deinem Pferd mindestens 1,5% seines Körpergewichts an Raufutter pro Tag zur Verfügung steht. So unterstützt du sein Wohlbefinden, eine gesunde Verdauung und förderst ein natürliches Fressverhalten. Bei Heu und Heulage kann die Nährstoffzusammensetzung je nach Sorte und Schnitt stark schwanken. Daher ist eine regelmäßige Analyse deines Raufutters empfehlenswert, um den tatsächlichen Nährstoffgehalt deines Heus zu bestimmen. Pferde in freier Wildbahn mit ausreichend vielfältigem Bewuchs können ihren Nährstoffbedarf normalerweise durch das selektive Fressen von verschiedenen Gräsern und Kräutern decken. Durch den Freilauf haben Wildpferde viel mehr und unterschiedliche Flächen zur Verfügung, um selektiver fressen zu können. Mit unseren heimischen, begrenzten Wiesen und dem daraus erzeugten Heu ist dies kaum mehr möglich. Hinzu kommen eine oft mangelnde Düngung, fehlende Nachsaat und ein unzureichendes Weidemanagement, wodurch der Bewuchs eher einseitig und wenig nährstoffreich ist. Hierdurch kann dein Pferd seinen Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen nicht mehr ausreichend mit Gras und Heu allein decken. Da diese Nährstoffe aber lebensnotwendig für dein Pferd sind, sollten diese entweder über ein vollwertiges Mineralfutter oder ein mineralisiertes Kraftfutter ergänzt werden. Einige Vitamine, wie z.B. Vitamin C, können gesunde Pferde selbst herstellen. Mineralstoffe und Spurenelemente müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Eine bedarfsgerechte Fütterung ist die Grundvoraussetzung, damit dein Pferd seinen täglichen Nährstoffbedarf optimal decken kann. Der Nährstoffbedarf deines Pferdes setzt sich wie folgt zusammen: Aus dem Erhaltungsbedarf: Dieser entspricht der Menge aller Nährstoffe, die zur Erhaltung der körperlichen Grundfunktionen deines Pferdes benötigt werden. Aus dem Leistungsbedarf / Mehrbedarf: Dieser entspricht der Menge an zusätzlich benötigten Nährstoffen, die sich aus dem Leistungsanspruch sowie der Lebensphase und weiteren Faktoren ergeben. Diese sind z.B. Trainingszustand, Haltungsform, Jahreszeit, Rasse und Alter. Neben dem Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelemente lohnt sich auch ein genauer Blick auf den Bedarf an Energie und Eiweiß. Seit 2014 hat die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) für die Pferdefütterung Neuerungen in der Energie- und Proteinbewertung veröffentlicht. Diese werden aber bislang in der gelebten Praxis noch nicht wirklich genutzt und sind daher eher unbekannt. Auch die Futtermitteldeklaration schreibt eine weiterführende und detaillierte Nährstoffkennzeichnung nicht vor. Die Energiebewertung: Die Energiebewertung wird mithilfe eines Pyramidenmodells dargestellt. Die Basis bildet hierbei der Energiewert des Futtermittels, welcher als Bruttoenergie bezeichnet wird. Diese Bruttoenergie des Futtermittels kann von deinem Pferd aber nur teilweise als Energie für seinen Erhaltungs- und Leistungsbedarf genutzt werden. Wird nur der Energieverlust berücksichtigt, der durch den Kotabgang entsteht, spricht man von der verbleibenden Energie (Digestible Energy = DE). Aber auch durch den Harnabgang sowie die Fermentationsaktivität der Bakterien vor allem im Dickdarm geht Energie verloren, die von der Bruttoenergie abgezogen werden muss. Werden diese Energieverluste berücksichtigt, spricht man von der umsetzbaren Energie (Metabolizable Energy = ME), die deinem Pferd tatsächlich für seinen Erhaltungs- und Leistungsbedarf zur Verfügung stehen. Die Proteinbewertung: Bei der Proteinbewertung wird das verdauliche Rohprotein (vRP) berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um die Eiweißmenge im Futtermittel, die das Pferd während des Verdauungsprozesses tatsächlich aufschließen und verwerten kann. Die Proteinqualität im Pferdefutter bestimmt den Anteil des vRP. Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass nur das Rohprotein mit seinen essentiellen Aminosäuren vom Pferd genutzt werden kann, welches im Dünndarm durch die körpereigenen Enzyme aufgeschlossen wird. Es wird weitgehend ausgeschlossen, dass die Aminosäuren, die durch die im Dickdarm vorkommenden Bakterien aufgeschlossen werden, vom Pferd verwertet werden können. Hieraus ergibt sich, dass bei der Proteinbewertung vor allem die Dünndarmverdaulichkeit wichtig ist. Dein Pferd kann ausschließlich Aminosäuren für seinen Energie- und Leistungsbedarf nutzen, die vor dem Dickdarm verdaut und aufgenommen werden. Dünndarmverdauliches Eiweiß wird daher auch als praecaecal verdauliches Protein (pcv XP) bezeichnet. Gut zu wissen: Dein Pferd benötigt ca. 6 g verdauliches Protein pro Megajoule (MJ) verdaulicher Energie. Der Nährstoffbedarf deines Pferdes in den verschiedenen Lebensphasen Die Empfehlungen zur täglichen Versorgung mit Nährstoffen in den unterschiedlichen Lebensphasen bei einem 500 kg Warmblutpferd (ausgewachsen) gemäß GfE 2014 und Meyer & Coenen 2013 lauten:   Saugfohlen Absetzer Jährling Zweijähriger Erhaltung Sportpferd 1 (mittlere Arbeit) Zuchtpferd 8. Monat Zuchtpferd 11. Monat Laktierende Stute 30. Tag Laktierende Stute 120. Tag Energie (MJ ME)                     Eiweiß (pcvXP)                     Calcium (g)                     Phophor (g)                     Magnesium (g)                     Natrium (g)                     Kalium (g)                     Chlor (g)                     Eisen (mg)                     Kupfer (mg)                     Zink (mg)                     Mangan (mg)                     Selen (mg)                     Jod (mg)                     Vitamin A (IE)                     Vitamin D (IE)                     Vitamin E (mg)                     Vitamin B1 (mg)                     Vitamin B2 (mg)                               In jeder Lebens- und Entwicklungsphase benötigt dein Pferd eine Vielzahl an unterschiedlichen Nährstoffen für seine Gesunderhaltung. Der Nährstoffbedarf deines Pferdes ändert sich also im Laufe seines Lebens. Hinterfrage daher gut, in welcher Phase sich dein Pferd aktuell befindet, sodass du die Fütterung und Haltung optimal an seinen jeweiligen Bedarf anpassen kannst.   Der Nährstoffbedarf von Fohlen und Absetzern Ungeborenes Fohlen Für eine gute Entwicklung von Knorpel, Sehnen und Bändern benötigt ein ungeborenes Fohlen vor allem ausreichend Zink, Selen und Kupfer. Jedoch sind auch Calcium, Phosphor und Magnesium im richtigen Verhältnis von 5:3:1 entscheidend für eine gute Knochenentwicklung. Da die Nährstoffversorgung des ungeborenen Fohlens über die tragende Stute erfolgt, ist ein spezielles Zuchtstutenfutter nötig, um es mit genau diesen Nährstoffen zu versorgen. Der Energie- und Eiweißgehalt im Stutenfutter bestimmen auch das Geburtsgewicht und die Geburtsgröße des Fohlens. Daher ist eine bedarfsgerechte Fütterung deiner Zuchtstute sehr wichtig. Vor allem ab dem 8. Trächtigkeitsmonat sind die Nährstoffe für das ungeborene Fohlen essentiell. Beginne daher bereits im 7. Monat langsam mit der Futterumstellung. Neugeborenes Fohlen Direkt nach der Geburt besitzt ein Fohlen keine Antikörper. Diese erhält es erst durch das Trinken der ersten Stutenmilch (Biestmilch oder auch Colostrum genannt). Daher ist es für einen guten Start ins Leben sehr wichtig, dass dein Fohlen diese Erstmilch so schnell wie möglich, spätestens aber innerhalb der ersten 4 Stunden nach der Geburt, aufnimmt. Die Biestmilch hat eine ganz individuelle Zusammensetzung, gerade was die Antiköper betrifft. Sie enthält aber auch Eiweiße, Mineralien und Vitamine. Neugeborene Fohlen benötigen viel Eiweiß für den Aufbau der eigenen Immunabwehr. Immunglobuline bestehen aus Eiweißen, so dass der Körper viel Protein benötigt, um sie aufzubauen. Aber auch für das Wachstum und die Aufrechterhaltung aller Lebensfunktionen ist Eiweiß und die darin enthaltene Aminosäureaufnahme essentiell wichtig. Unmittelbar nach der Geburt und zu Beginn der Laktation liegt der Eiweißgehalt der Stutenmilch noch bei ca. 15%. Bereits nach den ersten Stunden sinkt dieser auf ca. 5%. In den ersten Wochen ernährt sich das Fohlen ausschließlich von der Milch der Mutter – vorausgesetzt die Stute ist gesund und produziert ausreichend Milch. Zusätzlich nimmt das Fohlen den frischen Kot der Stute auf, wodurch es mit wichtigen B-Vitaminen versorgt wird und sich der Magen-Darm-Trakt entwickeln kann. Achtung! Bis zum 6. Lebensmonat darf der Salzleckstein für dein Fohlen nicht zugänglich sein, da ihm ein Salzüberangebot schaden kann. Das Beste für junge Fohlen ist die Muttermilch, denn hier sind in der Regel alle wichtigen Nährstoffe enthalten, solange die Stute bedarfsgerecht ernährt wird. Für eine gute Knochenentwicklung ist außerdem eine ausreichende Versorgung an Calcium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Zink und Mangan entscheidend. Oft ist der Bedarf höher, als dein Fohlen über die Muttermilch aufnehmen kann. Unterstütze daher sein gesundes Knochenwachstum mit der Mineralpaste PodoCare Liquid. Sobald dein Fohlen beginnt, sich für das Kraftfutter der Mutterstute zu interessieren, kannst du es zusätzlich mit einem Fohlenfutter unterstützen. Achte bei der Wahl des Fohlenfutters darauf, dass es genügend Eiweiß enthält. Außerdem sollten die enthaltenen Spurenelemente organisch gebunden sein, sodass sie optimal von deinem Fohlen verstoffwechselt werden können.  Gut zu wissen: Bereits nach den ersten zwei Monaten kann die Stutenmilch den Nährstoffansprüchen deines Fohlens weder qualitativ noch quantitativ gerecht werden. Daher wird es ab der 4. bis 6. Woche Zeit, dein Fohlen an hochwertiges Fohlenfutter zu gewöhnen. Am Anfang fressen die Fohlen nur sehr geringe Mengen, die ernährungsphysiologisch nicht relevant sind, sie aber an feste Nahrung gewöhnt. Mit ca. 8 - 10 Wochen sind die Mengen dann so groß, dass sie eine wertvolle Ergänzung zur Stutenmilch sind. Absetzer und Jungpferd Absetzer und Jungpferde haben einen veränderten Nährstoffbedarf im Vergleich zu einem neugeborenen Fohlen. Zum Beispiel sinkt der Bedarf an Eiweiß, aber der Energiebedarf steigt. Auch der Bedarf an essentiellen Aminosäuren wird kontinuierlich weniger. Der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen hängt vom jeweiligen Element ab. Ein optimales Calcium-Phosphor-Magnesium-Verhältnis von 5:3:1 in der Gesamtration ist wichtig, um eine gute Knochenentwicklung zu gewährleisten. Hierdurch wird besonders in jungen Jahren der Grundstein für ein gesundes Knochengerüst gelegt. Die Basis der Futterration bildet nicht nur für erwachsene Pferde, sondern bereits für Jährlinge, Absetzer und Fohlen immer ausreichend hochwertiges Raufutter. Ein zusätzliches Kraftfutter speziell für junge Pferde versorgt es mit allen Nährstoffen in genau abgestimmten Mengen, die es für seine weitere gesunde und gleichmäßige Entwicklung benötigt. Dein Fohlen ist eher leichtfuttrig und kann seinen Energiebedarf bereits durch ausreichend Raufutter decken? Dann füttere zusätzlich zum Raufutter dennoch ein Mineralfutter speziell für Absetzer und Jährlinge. Hierdurch wird dein Junior ausreichend mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen für ein gesundes Wachstum versorgt. Auch interessant: Durch eine optimale Nährstoffversorgung lässt sich sogar das Risiko auf ernste Erkrankungen, wie z.B. OC/OCD reduzieren. Auch viel Bewegung kann die Entwicklung deines jungen Pferdes positiv beeinflussen.   Der Nährstoffbedarf von Zuchtstuten und Deckhengsten Zuchtstute Eine Zuchtstute kann bis zur Hochträchtigkeit ihrem Grundbedarf gerecht normal gefüttert werden. Erst ab der Hochträchtigkeit, also ab dem 8. Monat, steigt der Nährstoffbedarf der tragenden Stute. In dieser Phase erhöht sich der Energiebedarf der Stute kontinuierlich auf das 1,4-fache und der Eiweißbedarf auf das 1,5-fache des Erhaltungsbedarfs bis zum 11. Monat. Eiweiß und Energie benötigt deine Stute zum einen für die Entwicklung und das Wachstum des Fohlens, das im letzten Drittel der Trächtigkeit schnell zulegt. Zum anderen benötigt die Stute Energie und Eiweiß für die komplexen hormonellen Abläufe, die Bildung von Kolostrum und der Milch und für die Vorbereitung des Körpers auf die Geburt. Deine Zuchtstute benötigt demnach vor allem essentielle Aminosäuren und hochwertige Energie. Jedoch sollten gerade am Ende der Trächtigkeit die Futtermengen nicht zu hoch sein. Da im Bauchraum viel Platz vom Fohlen eingenommen wird, sind hochwertige Futtermittel, die in geringen Mengen gefüttert werden können, optimal für eine gesunde Verdauung. Eine ausreichende Versorgung an Magnesium und Selen schützt die Stute zudem vor frühzeitigen Wehen. Achte dabei auch auf eine ausreichende Vitamin A und Vitamin E Versorgung deiner Zuchtstute. Diese Vitamine werden nämlich auch von deinem Fohlen benötigt und nach der Geburt über das Colostrum aufgenommen. Deckhengst Die Fütterung eines Deckhengstes basiert in erster Linie auf seinen Energiebedarf. Wird dein Deckhengst z.B. noch im Sport geritten, benötigt er ein hochwertiges Sportfutter mit ausreichend Proteinen. Wird dein Deckhengst nicht oder nur freizeitmäßig geritten, benötigt er kaum zusätzliche Energie, jedoch ausreichend hochwertige Aminosäuren. Während der Decksaison kann sich der Eiweißbedarf auf das 3- bis 4-fache zu seinem normalen Erhaltungsbedarf erhöhen. Um diesen zu decken, kannst du zum Kraftfutter eine hochwertige Proteinquelle hinzufügen, wie z.B Pavo ProteinPlus. Essentielle Fettsäuren, wie z.B. Leinöl, fördern zudem die Samenbildung. Eine ausreichende Versorgung an Vitamin E unterstützt zusätzlich die Fruchtbarkeit deines Deckhengstes und sollte vor allem während der Decksaison sichergestellt werden.   Der Nährstoffbedarf von ausgewachsenen Pferden Viele Pferde wachsen noch bis zu ihrem 6. Lebensjahr. Ein Pferd gilt als ausgewachsen, wenn die Wachstumsfugen, die sogenannten Epiphysenfugen, geschlossen sind. Hierbei geht es um das Längen-Wachstum der Knochen, welches in diesen Fugen stattfindet. Beim erwachsenen Pferd ist der gesamte Bereich verknöchert. Bei Jungpferden und Fohlen ist noch der knorpelige Anteil höher. Ist dein Pferd ausgewachsen, kann mit dem Einreiten gestartet werden. Zu Beginn dieser Phase benötigt dein Pferd keine zusätzliche Energie. Ganz im Gegenteil: Ein Energieüberschuss könnte dein Pferd beim Einreiten unnötig hitzig werden lassen und das Training erschweren. Für den Muskelaufbau ist jedoch eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Aminosäuren notwendig. Füttere daher das eiweißreiche Aufzuchtfutter zunächst weiter, um die Eiweißversorgung sicherzustellen ohne zu viel Energie zuzuführen. Ist die erste Arbeitsphase – das Einreiten – geschafft, hängt der Nährstoffbedarf deines Pferdes sehr stark von der weiteren Trainingsintensität und Trainingshäufigkeit ab. Eine grobe Unterscheidung ist hier die Einteilung zwischen Freizeitpferd, Sportpferd und Zuchtpferd. Freizeitpferd Freizeitpferde benötigen für ihre Gesunderhaltung in erster Linie eine optimale Versorgung an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie können ihren Nährstoffbedarf bereits durch qualitativ hochwertiges Raufutter in ausreichender Menge in Kombination mit einem guten Mineralfutter decken. Besonders eine ausreichende Zufuhr von Zink und Selen ist sehr wichtig, da beide Mineralstoffe in unseren hiesigen Gräsern nicht ausreichend vorhanden sind. Um dein Pferd bestmöglich mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen, eignet sich ein Mineralfutter. Ein hochwertiges Mineralfutter erkennst du daran, dass es über eine gut verwertbare Mineralstoffquelle verfügt. Dies ist zum Beispiel bei Mineralfuttern mit organisch gebundenen Spurenelementen der Fall. Hat dein Freizeitpferd jedoch einen erhöhten Energiebedarf, z.B. weil du es mehrmals pro Woche leicht arbeitest, kannst du ein Kraftfutter mit niedrigem Energiewert füttern. Fütterst du deinem Pferd mindestens 1,5 kg einer mineralisierten Kraftfuttersorte pro Tag, ist die Zugabe eines Mineralfutters nicht mehr erforderlich. Das Kraftfutter versorgt dein Pferd dann mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Gut zu wissen: Alle Pavo Kraftfuttersorten sind vollmineralisiert. Bei Einhaltung der Fütterungsempfehlung ist die Zugabe eines Mineralfutters nicht notwendig. Sportpferd Sportpferde haben, je nach Leistungsniveau, einen deutlich höheren Energiebedarf. Dieser kann bis zu doppelt so hoch sein wie ihr Erhaltungsbedarf. Um diesen zu decken, benötigen sie, neben ausreichend Raufutter, ein energiereiches Kraftfutter. Damit dein Sportpferd seine Aufgaben problemlos meistern kann, ist besonders die richtige Energiequelle im Futter entscheidend. Die Wahl der passenden Quelle ist in erster Linie von eurer Disziplin abhängig: Leistet dein Pferd eher ausdauernde Aufgaben, wie z.B. im Distanzreiten? Dann eignet sich eine langsam freiwerdende Energiequelle, wie z.B. Öl oder Gerste. Oder benötigt dein Pferd schnell verfügbare Energie für explosionsartige Leistungen, wie z.B. im Rennsport oder beim Springen? Dann ist Hafer als Energielieferant eher empfehlenswert. Anders als Freizeitpferde beanspruchen Sportpferde ihre Muskulatur nahezu täglich besonders stark. Um ihre Muskeln leistungsfähig zu erhalten, benötigen sie eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe. Am wichtigsten sind hier essentielle Aminosäuren, die für den Muskelstoffwechsel unerlässlich sind. Sie bauen Muskulatur auf, halten sie locker und sorgen für eine langanhaltende Muskelleistung. Genauso sind eine ausreichende Versorgung mit natürlichem Vitamin E, Magnesium und Selen entscheidend für die Versorgung der Muskulatur. Die Kombination sorgt unter anderem dafür, dass die Muskulatur nicht zu schnell übersäuert, sich schneller erholt und die Muskeln genügend Kraft entwickeln können. Ein Kraftfutter für dein Sportpferd sollte also die richtige Energiequelle für eure Disziplin enthalten sowie ausreichend Vitamin E, Selen, Magnesium und hochwertiges Eiweiß.  Die Zugabe eines Mineralfutters ist für Sportpferde meist nicht erforderlich, da sie in der Regel mehr als 1,5 kg Kraftfutter pro Tag erhalten. Merkst du jedoch, dass dein Pferd unter Muskelverspannungen leidet oder nach dem Training schnell übersäuert? Dann können spezielle Ergänzungsfuttermittel helfen, den Abtransport von Abfallstoffen aus den Muskeln zu beschleunigen. Da Sportpferde beim Training oft schwitzen, ist es wichtig, die lebenswichtigen Körpersalze wieder aufzufüllen. Hierfür eignen sich Elektrolyte in Pellet- oder in Flüssigform.   Der Nährstoffbedarf von alten Pferden Alte Pferde haben oft Probleme mit abgenutzten Zähnen, wodurch das Futter nicht mehr richtig gekaut und zerkleinert werden kann. Zudem nimmt durch das umständliche Kauen die Fressgeschwindigkeit ab. Auch der Magen-Darm-Trakt arbeitet nicht mehr so effektiv. Dies liegt zum einen an dem unzureichenden Zerkleinern der Nahrung. Zum anderen gehört der Effizienzverlust aber auch zum natürlichen Alterungsprozess dazu. Pferdesenioren können ihr Futter demnach nicht mehr so gut verwerten. Daher erhöht sich in der Regel der Nährstoffbedarf bei alten Pferden wieder. Zusätzlichen Einfluss auf den Bedarf können altersbedingte Krankheiten nehmen. Auch bei deinem Senior entscheidet der Energiebedarf über die genaue Gesamtfutterration. Wenn du deinen Senior noch regelmäßig trainierst oder sein Bedarf grundsätzlich erhöht ist, benötigt er neben ausreichend Raufutter eventuell auch ein Spezialfutter für alte Pferde, um optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt zu werden. Wusstest du, dass der Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen bei alten Pferden auch steigt, wenn sie sich bereits im Ruhestand befinden? Aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels benötigen sie beispielsweise größere Mengen der Spurenelemente Zink, Mangan und Selen für ihre Gesunderhaltung. Auch Calcium, Phosphor und Magnesium werden vermehrt für den Knochenstoffwechsel benötigt. Zudem haben alte Pferde einen höheren Bedarf an Energie und Eiweißen für den Konditionserhalt, sowie an Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren. Ein Futter speziell für alte Pferde berücksichtigt genau diese Bedürfnisse deines Seniors und versorgt ihn mit den Nährstoffen, die er für einen zufriedenen Ruhestand benötigt.  Achte bei der Fütterung deines alten Pferdes außerdem besonders darauf, dass es genügend Rohfasern aufnimmt. Diese sind für seine gesunde Verdauung und Versorgung essentiell wichtig. Hat dein Senior z.B. Gebiss- oder Zahnprobleme, ist es möglich, dass er nicht mehr genügend Raufutter aufnehmen, bzw. dieses unzureichend für den weiteren Verdauungsprozess vorbereiten kann. In diesem Fall eignen sich Raufutterersatzprodukte zum Einweichen, um die Versorgung mit den wichtigen Rohfasern sicherzustellen.   Der Nährstoffbedarf von Pferden mit besonderen Bedürfnissen Der Nährstoffbedarf eines Pferdes ist nicht nur von seiner Lebensphase, sondern auch von seinen Lebensumständen oder seinem Ursprung abhängig. Rassebedingter Nährstoffbedarf: Mit einer Rasse verbinden wir typische Merkmale wie robust und genügsam oder vollblütig und temperamentvoll. Diese Eigenschaften haben auch Einfluss auf den Erhaltungs- und Mehrbedarf des Pferdes. Robustpferde stammen ursprünglich aus kargen Gebieten, so dass sie eher einen niedrigen Energiebedarf bei gleichzeitig erhöhtem Bedarf an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen haben. Hinzu kommt, dass die meisten Robustpferde viel Fell haben, die ebenfalls einen erhöhten Bedarf verursachen. Typisches Beispiel ist das Islandpferd. Aber auch andere Pony- und Kaltblutrassen können hier aufgezählt werden. Im Gegensatz dazu steht das Vollblut oder Warmblutpferd, die einen höheren Energiebedarf haben. Vollblüter haben sogar noch einen ca. 20% höheren Energiebedarf als Warmblüter. Aufgrund der ausgeprägten Bemuskelung haben die typischen Westernpferderassen wie z.B. Quarter Horses, einen erhöhten Bedarf an Eiweiß sowie den Muskelnährstoffen Magnesium, Mangan, Selen und Vitamin E. Haltungsbedingter Nährstoffbedarf: Auch die Haltungsform sowie die Jahreszeiten (Witterungen) können Einfluss darauf nehmen, ob der Bedarf an bestimmten Nährstoffen bei deinem Pferd erhöht ist oder nicht. Steht dein Pferd überwiegend im Offenstall oder in der Box? Wie ist es den Witterungen wie Hitze, Kälte oder Regen ausgesetzt? Beispiele für einen veränderten Energiebedarf: Kälte oder Hitze: +10% Extremes Wetter oder fehlende Adaptation: +20% Offenstall, bzw. Gruppenauslauf: +10% Weidehaltung in der Herde auf großer Weide: +50% Krankheitsbedingter Nährstoffbedarf: Krankheiten des Magen-Darm-Trakts (Kolik, Magengeschwüre), Stoffwechselkrankheiten (Cushing, PSSM, Diabetes) sowie Zahnprobleme können die Futterverwertung stark einschränken und großen Einfluss auf den Nährstoffbedarf deines Pferdes nehmen. Im Fall eines veränderten Nährstoffbedarfs deines Pferdes durch Krankheit ist es sehr wichtig, dass du die Fütterung mit deinem Tierarzt abstimmst. Behalte das Gewicht deines Pferdes gut im Blick, damit du rechtzeitig, in enger Absprache mit deinem Tierarzt, Anpassungen bei Veränderungen vornehmen kannst. Du hast weitere Fragen zur Fütterung deines Pferdes in verschiedenen Lebens- und Entwicklungsphasen oder eine andere, persönliche Fütterungsfrage? Dann kontaktiere die Pavo Fütterungsberatung. Unsere Experten helfen dir gerne weiter.    
Lies mehr 0m
Eignung von Streuobstwiesen für Pferde
Unter Pferdehaltern wird immer wieder darüber diskutiert, ob und in welcher Form Streuobstwiesen als Pferdeweide genutzt werden können. Einiges spricht für die Nutzung. Es gibt aber einige spezielle Punkte, die du beachten solltest. „Pro“ Streuobstwiesen für Pferde Obstbäume spenden im Sommer Schatten und sorgen so für eine artgerechte Weidehaltung. Gräser- und Kräuterangebot ist auf Obstwiesen artenreicher als auf baumlosen Wiesen. Obstbäume sind nicht giftig, weder die Früchte, noch die Rinde oder die Blätter. Selektives Fressverhalten von Pferden und ihre Ausscheidungen sorgen für einen vielfältigen Pflanzenwuchs. Hochstämmige und ausreichend hoch gewachsene Obstbäume sind robust. Bei dieser Form der Beweidung werden dem Boden weniger Nährstoffe entzogen. Natürliche Möglichkeit der Landschaftspflege. „Contra“ Streuobstwiesen für Pferde Verzehr von übermäßigen Obstmengen führt zu Stoffwechselstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen. Steinobst (z.B. Kirschen und Pflaumen) sind aufgrund der Blausäure im Stein für Pferde schädlich. Durch Anknabbern der Rinde, Blätter und Zweige kann junger oder niedriger Obstbaumbestand durch Pferde nachhaltig geschädigt werden. Meist werden zu viele Pferde je Hektar Streuobstwiese gehalten, da Bäume beim Flächenbedarf nicht ausreichend berücksichtigt werden. Gefahren beim Weiden auf Streuobstwiesen Zu viel Obst kann zum echten Gesundheitsrisiko für dein Pferd werden. Obst hat generell einen hohen Fruchtzuckergehalt. Im Fallobst entstehen zudem schnell Gärstoffe und auch Pilz- und Schimmelbefall, die z.B. Verdauungsstörungen oder Koliken hervorrufen können. Eine Schlundverstopfung droht, wenn Pferde sehr hastig große Mengen an Äpfeln und Birnen fressen. Steinobst wie Pflaumen, Kirschen oder Pfirsiche sind nicht nur wegen der Kerne gefährlich. Diese Obstsorten gären sehr stark und können so zu Koliken führen. Außerdem besteht bei den Kernen die Gefahr, dass die Pferde diese aufbrechen und Blausäure freigesetzt wird oder dass sich ganze Kerne im Verdauungstrakt festsetzen. Wegen der vielen Risiken kurz vor und während der Erntezeit solltest du in jedem Fall darauf achten, dass dein Pferd nicht zu viel Fallobst frisst. Die Obstbäume abzuzäunen reicht oft nicht aus, da die Pferde meist dennoch an die Früchte kommen bzw. die Früchte auch weit fallen. Eine Möglichkeit ist, das reife und überreife Obst regelmäßig aufzusammeln. Besser ist es jedoch, vom Hochsommer bis Herbst die Pferde nur zeitweise auf eine Streuobstwiese weiden zu lassen oder das Weidemanagement so zu gestalten, dass die Pferde in der Erntezeit auf einer anderen Wiese weiden. Tipp: Überlege auch, ob ggf. die Fütterung beim (Obst-)Weidegang angepasst werden muss.  Vorsicht vor Wespenstichen! Auch Wespen und Bienen lieben Fallobst und sitzen deshalb an den reifen Früchten. Werden die Pferde im Maulbereich oder in den Hals gestochen, kann es schnell zu schmerzhaften Schwellungen bis hin zu allergischen Reaktionen kommen. In diesem Fall ist schnelle Hilfe gefragt. Leider ist man nicht immer vor Ort, weshalb es gegebenenfalls lebensbedrohlich für das Pferd werden kann. Zur Risikominimierung ist es deshalb essentiell, reifes Fallobst täglich abzusammeln, wenn dein Pferd über die Erntezeit auf einer Streuobstwiese weiden soll. Wichtig: Wenn du Fallobst verfüttern möchtest, solltest du deinem Pferd lediglich kleine Mengen anbieten. Entferne matschige und faule Stellen und sorge dafür, dass die Hauptfütterung aus Raufutter besteht und Obst ein Leckerbissen für Zwischendurch bleibt. So kannst du deinem Pferd eine leckere Abwechslung bieten, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Fazit: Streuobstwiesen sind dann als Weide zu empfehlen, wenn Fallobst zügig und regelmäßig abgesammelt wird.
Lies mehr 0m
Pavo Podo®: Wissenschaftlich fundiertes Fütterungskonzept für gesunde Knochen beim Fohlen
Warum die richtige Fütterung für die Knochenentwicklung entscheidend ist Die Entwicklung gesunder Knochen beginnt bereits vor der Geburt und entscheidet maßgeblich über die spätere Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit eines Pferdes. Besonders kritisch ist die Phase vom letzten Drittel der Trächtigkeit bis in die ersten Lebensmonate des Fohlens. Ab dem 8. Trächtigkeitsmonat findet rund 70 % des Wachstums statt. In dieser Zeit ist eine gezielte Versorgung der Stute mit den richtigen Nährstoffen essenziell, da sie direkt die Entwicklung des ungeborenen Fohlens beeinflusst.  Knochenentwicklung beim Pferd: Ein sensibler Prozess Die Knochenentwicklung verläuft über mehrere Jahre: bis ca. 1,5 Jahre: intensivste Wachstumsphase bis ca. 3 Jahre: Entwicklung der Gliedmaßen bis ca. 5 Jahre: vollständige Skelettreife Störungen in dieser Phase können langfristige Folgen haben.     Osteochondrose (OC/D): Risiko im ersten Lebensjahr Im ersten Lebensjahr wächst ein Fohlen besonders schnell. Kommt es dabei zu Störungen bei der Umwandlung von Knorpel zu Knochen, können Erkrankungen wie Osteochondrose (OC) oder Osteochondrosis dissecans (OCD) entstehen. Typische betroffene Bereiche: Sprunggelenk Knie Fesselgelenk Hals- und Rückenwirbelsäule Solange die Wachstumsfugen noch offen sind, besteht eine gewisse Regenerationsfähigkeit. Nach ihrem Schluss (ca. ab 2 Jahren) sind Schäden meist irreversibel. Das Pavo Podo®-Konzept Das Pavo Podo®-Konzept wurde entwickelt, um die Knochenentwicklung durch eine gezielte Nährstoffversorgung zu unterstützen. Es umfasst mehrere Produkte für: tragende und laktierende Stuten Fohlen und Jungpferde Im Fokus steht ein abgestimmter Mineralstoffkomplex. Zentrale Nährstoffe für gesunde Knochen Mineralstoffe Calcium Phosphor Magnesium Spurenelemente Kupfer Zink Mangan Vitamine Vitamin D Vitamin K Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern vor allem das richtige Verhältnis dieser Nährstoffe. Was sagt die Studie? In einer groß angelegten Studie (2009–2011, Universität Utrecht & Tiergesundheitsdienst) wurde der Einfluss der Fütterung auf die Knochenentwicklung untersucht. Ergebnisse: Verbesserung der Knochengesundheit um über 40 % Reduktion des Risikos für OC(D) im ersten Lebensjahr um bis zu 50 % (abhängig von mehreren Faktoren) Diese Ergebnisse zeigen, dass eine gezielte Mineralstoffversorgung einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung des Bewegungsapparates haben kann. Mehr zur Studie findest du hier. Fazit: Früh investieren zahlt sich aus Die ersten Lebensmonate sind entscheidend für die langfristige Gesundheit eines Pferdes. Eine bedarfsgerechte Fütterung kann das Risiko für Entwicklungsstörungen deutlich reduzieren. Das Pavo Podo®-Konzept bietet hierfür einen wissenschaftlich entwickelten Ansatz, der gezielt auf die Bedürfnisse von Stute und Fohlen abgestimmt ist. Erfahre mehr über Fütterung und Zucht in unserer Themenseite.  
Lies mehr 0m
Mein Seniorpferd und seine Futter Geschichte
Mein Seelenpferd Noble wurde im März 1996 geboren und ist ein Traber. Bereits als Einjähriger wurde er auf der Trabrennbahn „eingebrochen“ – so nennt man umgangssprachlich das Einfahren der sehr jungen Fohlen. Schon als Zweijähriger musste Noble hochdatierte Rennen laufen, denn der Anspruch an ihn mit seinem berühmten Vater war hoch. Es blieb als logische Konsequenz des viel zu frühen und sehr harten Trainings nicht aus, dass Noble bereits mit 4 Jahren große Probleme mit dem Bewegungsapparat hatte. Es wurden bei ihm mehrere Chips sowie beginnende arthrotische Veränderungen diagnostiziert. Mit dieser Diagnose hatte Noble im Jahr 2000 genau 2 Optionen: Die Fahrt zum Abdecker oder die Fahrt zu mir. Was soll ich sagen? Gegen jeden Verstand war es Liebe auf dem ersten Blick. Und diese Entscheidung habe ich trotz aller Herausforderungen und gesundheitlichen Probleme bis heute mit keinem einzigen Tag bereut! Diesen Artikel habe ich im Juli 2023 geschrieben. Somit kennen wir beide uns schon seit 23 wunderbaren Jahren. Jahre, die mir Noble geschenkt hat und in denen ich so unglaublich viel von ihm lernen durfte. Er ist und bleibt mein absolutes Seelenpferd! Vor allem in den ersten Jahren hatte Noble aber immer wieder große Probleme mit seinem Bewegungsapparat bis hin zu schweren Ataxien. Aus Sicherheitsgründen wurde er von allen Seiten als „unreitbar“ abgestempelt. Was für ein Glück für Noble und mich, als ich meinen ersten Reitlehrer kennengelernt habe. Er hat immer an uns geglaubt, sich über jeden kleinen Fortschritt gefreut und aus uns ein wirklich gutes Dressurteam gemacht. Seit 2020 haben wir dann dank pro ride unsere große Leidenschaft für das Horsemanship entdeckt – die perfekten Schuhe für Noble und mich. Wie sich die Fütterung meines Seniorpferdes verändert hat Noble war den Großteil seines Lebens ein eher leichtfuttriges Pferd. Er wurde mal mehr und mal weniger trainiert. Aber alles überwiegend auf gutem Freizeitniveau mit leichter bis mittlerer Arbeit. Heu ad libitum und Gras über die meiste Zeit des Jahres, kombiniert mit einem guten Mineralfutter, reichten völlig aus, um ihn in einem guten Konditionszustand zu halten. Bis zu diesem einen Tag, an dem er „auf einmal alt“ war. Mit seiner immer größer werdenden Erfahrung, Weisheit und Gelassenheit, wuchs auch sein Anspruch an seine Fütterung. Wenn ich mich zurückerinnere, würde ich behaupten, erst 2019 – da war Noble bereits 23 Jahre alt – hat sich sein Grundbedarf im Futter verändert. Eigentlich recht spät. Vielleicht war es aber auch ein schleichender Prozess und es ist mir einfach „zu spät“ aufgefallen, dass er körperlich schon abgebaut hatte? Manchmal sieht man ja vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Heute bin ich aufmerksamer und reagiere bei meiner 20-jährigen Rheinländerstute Fräulein Firlefanz schon deutlich früher mit der Futterumstellung. Denn eins habe ich gelernt: Vorbeugen ist besser als Nachsorgen. Dies gilt besonders in der Pferdefütterung und Pferdehaltung. Hat das alte Pferd erst einmal an Gewicht verloren, benötigt es deutlich mehr Zeit, wieder in einen guten Gewichts- und Konditionszustand zu kommen. Seit 2019 bekommt Noble daher zusätzlich zum Raufutter noch Pavo 18Plus. In den Wintermonaten benötigt er mehr, in den Weide- und Sommermonaten weniger Seniorenfutter. Die Menge an Mineralfutter passe ich entsprechend der Fütterungsempfehlung von Pavo dann immer mit an. Fütterung, Bewegung und Haltung meines alten Pferdes Mit steigendem Alter wurden nicht nur die grauen Härchen mehr, sondern hier und da auch seine Wehwehchen. Allem voran die fortschreitende Arthrose, die ihm vor allem im Fesselgelenk vorne rechts zu schaffen macht. Aber: Keine Bewegung? Das ist keine Option! Das war es für Noble noch nie. Wie oft er schon in „Rente“ gegangen ist. Und genauso oft habe ich ihn wieder „zurückgeholt“. Denn immer, wenn Noble die Bewegung an der Hand oder unterm Sattel fehlte, wurde nicht nur sein Gemüt trauriger, sondern vor allem sein Bewegungsapparat schlechter. Und natürlich gibt es für Noble nur eine gute Haltungsform: der Offenstall mit ausreichend geschützter Liegefläche, einem großen Auslauf sowie angrenzenden Weiden. Bis heute bewege ich Noble sehr regelmäßig. Hierbei bestimmt aber ausschließlich er unser Arbeitsprogramm. Das bedeutet auch, dass es manchmal eben kein Trab-Tag ist. Dann steht nur Gymnastik im Schritt auf dem Senioren-Programm. Demnach gestalte ich unsere Trainingseinheiten immer sehr abwechslungsreich. Dabei sind den Ideen keine Grenzen gesetzt: Ausreiten, Konditionstraining, Dressurreiten, Freiarbeit, Liberty Reiten und Bodenarbeit, Denksportaufgaben und vieles mehr. Er ist sogar nach wie vor mein wichtigster Coach bei allen Workshops zum Pferdegestützten Coaching für Teams und Führungskräfte. Nur bergauf und bergab sowie harte und unebene Böden vermeiden wir inzwischen. Seinen Bewegungsapparat unterstütze ich auch seit vielen Jahren mit Pavo Mobility, was ihm offensichtlich sehr guttut. In der trockenen Zeit darf auch eine BiotinForte Kur nicht fehlen. Anpassung seiner Fütterung mit EOTRH Ende des Jahres 2022 gab es dann vor allem im Fütterungsmanagement für uns noch mal eine gravierende Veränderung dazu. Bei Noble wurde EOTRH diagnostiziert. Trotz jährlicher Kontrolle durch einen Pferdezahnarzt, ist diese chronische Zahnerkrankung erst bei einem bereits sehr fortgeschrittenen Stadium festgestellt worden. Daher mussten Noble unmittelbar nach der Diagnose oben und unten alle Schneidezähne entfernt werden. Und was soll ich sagen? Die beste Entscheidung, denn Noble geht es seitdem wieder richtig gut. Er kann loses Heu ganz normal und gut fressen. Und hat sogar gelernt, relativ kurzes Gras zu fressen. Dabei sein wunderbares und unverwechselbares Merkmal? Die immer herausgestreckte Zunge! Für mich ein Symbol, das Leben mit all seinen Facetten anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Außerdem zaubert Noble damit nicht nur mir, sondern einfach jedem ein Lächeln ins Gesicht. Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt allerdings: Schlundverstopfung ist seitdem ein neues Thema für uns. Daher war es überlebenswichtig, darauf seine Fütterung erneut anzupassen.  Mithilfe der Pavo Futterberatung haben wir somit für Noble das Futter so angepasst, dass es ausreichend auf seine Bedürfnisse im Alter abgestimmt ist und es eingeweicht gefüttert werden kann. Ich füttere Noble daher jetzt neben den Ergänzungsfuttersorten Mobility und BiotinForte als eingeweichtes Kraftfutter einen eiweißreichen Mix aus 18Plus, FibreBeet und FibreNuggets. In den Sommermonaten, bzw. zur Weidezeit benötigt er etwas geringere Mengen. In dieser Zeit ergänze ich seine Futterration noch mit dem Mineralfutter Vital. Mit diesem Fütterungskonzept und dem regelmäßigen Training kommt Noble mit seinen aktuell 27 Jahren derzeit sehr gut zurecht. Trotzdem freu ich mich über die ständige Sortimentserweiterung von Pavo – auch für ältere Pferde. Da stehen uns dann noch einige Möglichkeiten offen, sollte sich der Bedarf von meinem Senior-, Herzens- und Seelenpferd Noble wieder verändern. Denn unser Ziel ist es, dass wir seinen 30sten Geburtstag ganz groß und gesund feiern…und das werden wir auf jeden Fall schaffen!
Lies mehr 0m